6.11.2026 – Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die nominalen Preise für Eigentumswohnungen um 0,5 Prozent, die für Einfamilienhäuser wurden 0,5 Prozent günstiger gehandelt. Bei Mehrfamilienhäusern gingen die Preise um 0,2 Prozent zurück. Inflationsbereinigt sanken die Preise in allen drei Segmenten. In den Großstädten verlief die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen im Quartalsvergleich erneut sehr unterschiedlich. Auch zunehmende Preisnachlässe in Inseraten signalisieren eine schwächere Preisentwicklung.
Der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland kühlt weiter ab. Eigentumswohnungen kosteten im dritten Quartal 2026 erstmals seit gut zwei Jahren etwas weniger als im Vorjahresquartal. Einfamilienhäuser wurden günstiger gehandelt als im Vorquartal (VersicherungsJournal 13.8.2026).
Das zeigt das jüngste Update des Greix-Kaufpreisindex (German Real Estate Index), einem Gemeinschaftsprojekt der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte und des Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW). Der Greix-Kaufpreisindex bildet die Preisentwicklung von 27 Städten und Regionen ab.
Eigentumswohnungen erstmals seit 2024 unter dem Vorjahreswert
Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die nominalen Preise für Eigentumswohnungen um 0,5 Prozent. Einfamilienhäuser wurden 0,5 Prozent günstiger gehandelt, Mehrfamilienhäuser um 0,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresquartal lagen Eigentumswohnungen 0,2 Prozent im Minus und damit erstmals seit dem zweiten Quartal 2024 wieder unter dem Vorjahreswert.
Einfamilienhäuser lagen noch 0,9 Prozent über dem Vorjahresniveau, Mehrfamilienhäuser 2,4 Prozent darunter. Für September hatte die Europace AG (EPX) bereits sinkende Preise festgestellt. Der Gesamtindex sank um 0,35 Prozent auf 221,77 Punkte. Bei Eigentumswohnungen ging er um 0,66 Prozent auf 218,39 Punkte zurück (13.10.2026).
Immobilienpreise sinken im Jahresvergleich real
Inflationsbereinigt, also gemessen in aktueller Kaufkraft, sanken die Preise in allen drei Segmenten. Gegenüber dem Vorquartal gingen sie bei Eigentumswohnungen real um 0,3 Prozent, bei Einfamilienhäusern um 1,3 Prozent und bei Mehrfamilienhäusern um 1,0 Prozent zurück. Laut LBS kosten bestehende Eigenheime im bundesweiten Durchschnitt ähnlich viel wie ein Jahr zuvor (28.10.2026).
Im Vorjahresvergleich betrugen die realen Rückgänge 3,0 Prozent bei Eigentumswohnungen, 2,0 Prozent bei Einfamilienhäusern und 5,2 Prozent bei Mehrfamilienhäusern. Im zweiten Quartal 2026 wurden 1,7 Prozent weniger Eigentumswohnungen verkauft als ein Jahr zuvor. Bei Einfamilienhäusern fiel der Rückgang mit 8,2 Prozent deutlicher aus.
Jonas Zdrzalek, Projektleiter Greix, Kiel Institut für Weltwirtschaft, ordnet ein: „Der Preisanstieg bei Eigentumswohnungen ist praktisch zum Stillstand gekommen. Das erste Minus im Jahresvergleich seit mehr als zwei Jahren markiert eine Trendwende, auch wenn der Rückgang noch klein ist. Auch die Inseratsdaten sprechen für einen schwächeren Markt.“
Preise für Eigentumswohnungen entwickeln sich unterschiedlich
In den Großstädten verlief die Preisentwicklung für Eigentumswohnungen im Quartalsvergleich erneut sehr unterschiedlich (10.11.2025). Gegenüber dem Vorquartal stiegen die Preise in Köln um 2,8 Prozent, in Frankfurt am Main um 2,4 Prozent und in Düsseldorf um 0,8 Prozent.
In Berlin gingen sie um 0,9 Prozent zurück, der stärkste Rückgang unter diesen sechs Städten. Stuttgart (minus 0,1 Prozent) und Leipzig (0,0 Prozent) blieben nahezu unverändert. Im Vergleich zum Vorjahresquartal lagen die Preise in Berlin 2,9 Prozent niedriger, das dritte Jahresminus in Folge. In Köln stiegen sie dagegen um 4,6 Prozent.
In Leipzig schwächte sich das Jahresplus von 3,9 Prozent im Vorquartal auf 0,6 Prozent ab. Seit 2014 sind die Preise für Eigentumswohnungen in Leipzig um fast 150 Prozent gestiegen, so stark wie in keiner anderen ausgewerteten Stadt. Auch außerhalb der acht größten Städte zeigt sich kein einheitlicher Trend.
Auch Inseratsdaten belegen die nachlassende Dynamik
Ergänzend wertet der Greix Inseratsdaten der Value Marktdatenbank aus. Danach lag die Vermarktungsdauer im dritten Quartal 2026 im gleitenden Vierquartalsdurchschnitt bei rund 94 Tagen für Eigentumswohnungen und 95 Tagen für Einfamilienhäuser. Bei Wohnungen war das der höchste Stand seit dem zweiten Quartal 2025, bei Häusern seit dem ersten Quartal 2025.
Gleichzeitig wurde bei 22,4 Prozent der Inserate für Eigentumswohnungen und 21,0 Prozent der Inserate für Einfamilienhäuser der Angebotspreis angepasst. Diese Anteile sind seit fünf Quartalen in Folge gestiegen. Frühere Auswertungen zeigen, dass zunehmende Preisnachlässe in Inseraten tendenziell mit einer schwächeren Preisentwicklung im Folgequartal einhergehen.




