23.9.2026 – Nach unserer Ankündigung des diesjährigen Red-Flag-Awards für „besonders irreführende, schädliche oder geldvernichtende Finanzinformationen“ (VersicherungsJournal 21.9.2026) nimmt dessen Initiator Stellungnahme zu Kritikpunkten. Thomas Beutler betont zunächst, dass der Wettbewerb durch die von ihm geführte IIW – Investiert in Wissen GmbH nur veranstaltet wird.
Im Detail reagiert Beutler auf Äußerungen von Bogdan Jakuschenko, Geschäftsführer der im Vorjahr „ausgezeichneten“ (23.1.2026) Invest4Kids GmbH. Dieser wehrte sich auf Anfrage des VersicherungsJournals unter anderem gegen den Vorwurf der Irreführung durch eine verkürzte Darstellung, die leichter verständlich sei. Doch laut Beutler zählt beispielsweise die Höhe der Provisionen an den Vermittler zu den Kerneigenschaften einer privaten Altersvorsorge.
„Provisionsvermittlung ist für sich genommen keine rote Flagge; sie ist ein legales Geschäftsmodell“, sagt der Chef der als Honorarberater zu Versicherungen, Finanzanlagen und Immobiliendarlehen registrierten IIW. Doch der Nutzer eines Online-Angebots müsse erkennen können, dass „er gerade ‚beraten‘ wird, um ihm etwas zu verkaufen“, so Beutler. „Das ist der Wolf-im-Schafspelz-Effekt.“

- Thomas Beutler (Bild: IIW)
Bei Versicherungsmakler Invest4Kids beobachtet Jakuschenko nach eigenen Angaben, dass „reine Honorarmodelle für viele junge Familien mit kleinen Sparraten in der Praxis oft schwer umsetzbar“ seien. Doch Beutler mahnt, die aus dem Beitrag laufend bezahlte Provision sei „nur unsichtbar“.
Laut Jakuschenko dürften junge Familien dennoch tendenziell auf eine Finanzberatung verzichten, wenn ihnen die Honorare hierfür als zu teuer erscheinen. Hierzu wendet Beutler ein, die wahre Alternative zu einer Bruttopolice sei „ein kostengünstiger Sparplan, den man ohne Beratung einrichten kann“. Diese Option kommt seiner Ansicht nach in vielen Infoangeboten der Vermittler zu kurz.




