24.8.2026 – Nach Befragungsdaten betrug das durchschnittliche Nettovermögen inklusive Sachwerte der deutschen Privathaushalte rund 323.100 Euro. Das mittlere Nettovermögen lag bei 103.100 Euro. Bei den zehn Prozent der reichsten Haushalte liegt das durchschnittliche Vermögen bei 2,8 Millionen Euro, in der unteren Hälfte bei 20.000 Euro. Tendenziell gilt: Je älter, desto vermögender; je geringer das Vermögen, desto weniger rentierlich werden Gelder angelegt. Die Berücksichtigung von Wohneigentum und Rentenansprüchen glätten die Vermögensungleichheit.
Die aktuelle Studie „Die Vermögensverteilung in Deutschland und Europa“ (PDF; 1,6 MB), beauftragt von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. (VBW) in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW), hat sich unter anderem mit dem Einfluss von Betriebsvermögen, Immobilien und Rentenansprüchen auf die Vermögenssituation auseinandergesetzt.
Ein Haushalt besitzt durchschnittlich über 300.000 Euro
Zum Ende des dritten Quartals 2025 lag das Geldvermögen der Deutschen bei 9.389 Milliarden Euro. Selbst preisbereinigt erreichte es einen neuen Höchststand, teilte die Deutsche Bundesbank mit (VersicherungsJournal 16.1.2026). Damit setzte sich die seit Ende 2023 andauernde Wachstumsserie fort.
Nach Befragungsdaten betrug das durchschnittliche Nettovermögen inklusive Sachwerte (Bruttovermögen minus Verbindlichkeiten) der Privathaushalte rund 323.100 Euro. Das mittlere Nettovermögen lag bei 103.100 Euro (Median). Die Hälfte verfügt also über ein Vermögen oberhalb dieses Wertes, die andere Hälfte über weniger.
Dabei bedeutet der verhältnismäßig große Abstand zwischen Durchschnittswert und Median in der Regel: Die Vermögen sind ungleich verteilt. Je weiter der Abstand, desto größer ist die Ungleichheit. Bei den zehn Prozent der reichsten Haushalte liegt das durchschnittliche Vermögen bei 2,8 Millionen Euro, in der unteren Hälfte bei 20.000 Euro.
Vermögensungleichheit hat viele Gründe
Ein Grund für die Unterschiede: das Alter. So ergab eine Untersuchung, dass das Medianvermögen der 55- bis 64-Jährigen fast 14-mal so hoch ist wie das der unter 35-Jährigen.
Ein weiterer Grund, der durch diverse Studien gestützt wird: die Vermögensanlage. Die ärmere Hälfte der Haushalte setzt eher auf liquiditätsnahe und damit geringer rentierliche Anlageformen. Zudem hat hier die Bedeutung von Immobilien in den letzten Jahren abgenommen, da sie zumindest in Ballungszentren kaum noch zu finanzieren sind. Diese Entwicklung begünstigt Vermögensungleichheit.
Eine bedeutende Rolle spielt das nur schwer zu erfassende Betriebsvermögen. Tendenziell gilt: Je vermögender, desto höher ist der Anteil des Betriebsvermögens. Werden große Vermögen hinzugeschätzt, steigt der Anteil am Nettovermögen der reichsten zehn Prozent der Haushalte um sechs Prozentpunkte auf 59,3 Prozent.
Rentenansprüche sind für Vermögensschwache von großer Bedeutung
In Umfragen und Studien zum Thema Vermögen bleiben Ansprüche gegenüber Rentenversicherungsträgern meist unberücksichtigt. Um sie bestimmen zu können, müssen zahlreiche Annahmen und Schätzungen vorgenommen werden. Die kapitalisierten Barwerte können aber ökonomisch als implizites Vermögen interpretiert werden.
Für die vermögensschwächsten zehn Prozent der Haushalte haben solche Anwartschaften eine enorme Bedeutung. Sie stellen 131 Prozent des erweiterten Nettovermögens dar. Mit wachsendem Vermögen nimmt die Bedeutung ab. Bei den reichsten zehn Prozent sinkt der Anteil auf 22 Prozent.
Die Autoren der Studie kommen deshalb zu dem Ergebnis: Werden Rentenanwartschaften berücksichtigt, glättet dies die ungleiche Vermögensverteilung. Gleiches gilt für selbst genutztes Wohneigentum. Eine höhere Wohneigentumsquote sorgt tendenziell für eine Verringerung der Vermögensungleichheit.






