13.5.2026 – Der Bestand der staatlich geförderten privaten Altersvorsorgeverträge hat sich 2025 im achten Jahr in Folge vermindert. Nach der aktuellen Statistik des Bundesrbeitsministerium betrug das Minus 318.000 auf 14,663 Millionen Stück. Damit fiel die Verminderung nicht so stark aus wie in den drei Jahren zuvor. Erneut waren auf Jahressicht betrachtet alle Riester-Varianten im Minus, vergleichsweise weniger stark die Versicherungen.
Die Zahl der staatlich geförderten privaten Altersvorsorgeverträge ist im vergangenen Jahr netto – also unter Einberechnung der Kündigungen und Vertragsabgänge – um 318.000 auf 14,663 Millionen gesunken. Das zeigt die kürzlich vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) veröffentlichte amtliche Statistik (Stand: 27. April 2026).
Ruhend gestellte Kontrakte werden vom Ministerium nicht zahlenmäßig ausgewiesen, sondern unverändert auf einen Anteil von „gut einem Fünftel bis knapp ein Viertel“ geschätzt.
Wie viele Verträge im Jahresverlauf 2025 von der Anspar- in die Auszahlungsphase gelangt sind, ist derzeit noch nicht bekannt. 2024 (2023) traf dies auf jeweils rund eine Viertelmillion Personen zu. Das zeigt die im März vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) vorgelegte „Riester-Auszahlungsstatistik“ (VersicherungsJournal 25.3.2026, 7.4.2026).
Achter Rückgang in Folge
Auch wenn sich beim Riester-Bestand der negative Trend aus den sieben Vorjahren fortsetzte (23.4.2019), so fiel das aktuelle Minus doch deutlich niedriger aus als ein Jahr zuvor. Seinerzeit war der Bestand um mehr als eine halbe Million geschrumpft (22.5.2025).
Auch in den beiden Jahren davor fielen die Verminderungen mit jeweils rund 370.000 Verträgen stärker aus (28.5.2024, 24.4.2023). Letztmalig war ein Aufwärtstrend 2017 zu beobachten (10.4.2018). In den Jahren davor waren die Bestände ebenfalls gewachsen, jedoch fast von Jahr zu Jahr weniger stark. 2010 war der Bestand sogar noch im siebenstelligen Bereich angewachsen.
Alle Varianten der geförderten privaten Altersvorsorge im Minus
Auf Jahressicht ging der Bestand bei den Versicherungen um 160.000 auf 9,745 Millionen Policen zurück. Im Jahr zuvor war die Verringerung nach absoluten Zahlen noch mehr als doppelt so stark ausgefallen. Für die Riester-Fondssparpläne stand mit 66.000 auf wieder unter drei Millionen Stück ein um ein Viertel niedrigeres Minus als ein Jahr zuvor zu Buche.
Bei den Eigenheimrenten-Verträgen ging es hingegen mit minus 78.000 Kontrakten (auf 1,437 Millionen) minimal stärker bergab als vor Jahresfrist. Die Zahl der Banksparpläne verminderte sich um 13.000 (2024: 12.000) auf 486.000. Auf Zwölfmonatssicht waren damit zum fünften Mal in Folge alle Varianten im Minus.
Anteile zwischen den Riester-Vertragsarten verschieben sich
Stand 31. Dezember 2025 kommt die Wohn-Riester-Variante auf nur noch 9,8 Prozent. Ende 2020 waren es noch annähernd elf Prozent. Bei den Investmentsparplänen sind es den Ministeriumsdaten zufolge 20,4 (2020: 19,8) Prozent, bei den Banksparkonten nur noch 3,3. Eine Vier stand letztmalig 2018 vor dem Komma.
Der Anteil der Rentenversicherungen, der Ende 2011 letztmals oberhalb der Marke von zwei Dritteln lag, stieg nach zuvor dreimal in Folge 66,1 Prozent auf 66,5 Prozent an. Zum Vergleich: Ende 2011 waren es noch über 70 Prozent und Ende 2006 sogar noch über 80 Prozent.
Reform der privaten Vorsorge
Anfang Mai hat der Bundesrat dem Gesetz zur Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge (Drucksache 206/26; PDF; ein MB) zugestimmt. Die Reform zielt darauf ab, dass mehr Menschen privat Geld für den Ruhestand zurücklegen. Hierzu soll unter anderem das neue Altersvorsorgedepot (31.3.2026) dienen. Auch die bisherige Riester-Förderung wird abgelöst (8.5.2026).
Des Weiteren sollen ab Januar neue Produkte mit flexiblen Garantien auf den Markt kommen, die Kunden mehr Wahlmöglichkeiten bieten. Erste Produktanbieter aus der Versicherungs- und Fondsbranche haben sich bereits in Stellung gebracht (Medienspiegel 11.5.2026, Medienspiegel 11.5.2026).





