Welche Versicherungen in deutschen Haushalten verbreitet sind – und welche nicht

8.4.2026 – Im Jahr 2023 verfügten laut aktuellen GDV-Zahlen knapp 90 Prozent der deutschen Haushalte über eine private Haftpflichtversicherung, auch Hausratversicherungen waren weit verbreitet. Dagegen sank der Verbreitungsgrad der privaten Altersvorsorge innerhalb von fünf Jahren, und existenzielle Risiken wie Berufsunfähigkeit, Todesfall oder Pflegebedürftigkeit werden weiterhin deutlich seltener abgesichert.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hat Daten der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamts (Destatis) ausgewertet, um zu schauen, wie die privaten Haushalte in Deutschland versichert sind.

Diese Daten hat der GDV ausgewertet

Für die EVS werden alle fünf Jahre rund 60.000 Haushalte repräsentativ befragt. Dabei sollen die Teilnehmer auch angeben, welche Versicherungsarten in ihrem Haushalt vorhanden sind. Bei der Frage nach einer privaten Krankenvollversicherung bezieht sich die Auswertung auf die Haupteinkommensperson.

Die aktuellen Daten stammen aus dem Jahr 2023 und werden mit den Ergebnissen von 2018 verglichen. Laut GDV erlaubt die Stichprobe belastbare Aussagen über die Verbreitung von Versicherungen sowie langfristige Entwicklungen im Vorsorgeverhalten.

Die private Haftpflichtversicherung war am weitesten verbreitet

Bei den freiwilligen Versicherungen zeigt sich, dass Schaden- und Unfallversicherungen tendenziell die größte Verbreitung haben. So verfügten 89,2 Prozent der befragten Haushalte im Jahr 2023 über eine private Haftpflichtversicherung – ein Zuwachs von 6,3 Prozentpunkten innerhalb von fünf Jahren. Eine Hausratversicherung war in 78,0 Prozent der Haushalte vorhanden (+2,3 Prozentpunkte).

Doch bei allen anderen abgefragten freiwilligen Versicherungen liegt der Verbreitungsgrad unter 50 Prozent. Eine Rechtsschutzversicherung besaß 2023 knapp jeder zweite Haushalt (+3,5 Prozentpunkte) und eine private Krankenzusatzversicherung 47,5 Prozent. Dabei konnten die Krankenzusatzpolicen mit einem Plus von knapp 16 Prozentpunkten am deutlichsten zulegen.

Es folgt die private Unfallversicherung mit einem Verbreitungsgrad von 39,2 Prozent, die jedoch 2,3 Prozentpunkte innerhalb des Fünfjahreszeitraums verlor.

Alle Formen der privaten Altersvorsorge haben verloren

Eine negative Tendenz zeigt sich bei der privaten Altersvorsorge: Alle erhobenen Vorsorgeformen waren 2023 weniger verbreitet als bei der vorherigen Erhebung 2018. Dabei wertet der GDV drei verschiedene Versicherungsarten getrennt aus:

  • Die kapitalbildende Lebensversicherung verlor 4,2 Prozentpunkte, so dass sie 2023 noch in 27,7 Prozent der Haushalte vorhanden gewesen ist.
  • Ein Prozentpunkt verlor die staatlich geförderte private Altersvorsorge in Form einer Riester- oder Basisrente. Diese war 2023 in 27,0 Prozent der Haushalte vorhanden.
  • Vergleichsweise stabil blieb die private Rentenversicherung ohne Todesfallabsicherung. In 22,6 Prozent der Haushalte war ein entsprechendes Produkt vorhanden – ein Verlust von nur 0,1 Prozentpunkten.

„Die Ergebnisse zeigen: Durch starre Garantien, wenig Flexibilität und ein geändertes Zinsumfeld haben Vorsorgemöglichkeiten wie Riester zunehmend an Attraktivität verloren“, sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Entsprechend sei das Altersvorsorgereformgesetz (VersicherungsJournal 27.3.2026) ein „überfälliger Modernisierungsschritt. Sie kann die zusätzliche Altersvorsorge attraktiver machen. Entscheidend ist aber, dass für staatliche und private Angebote die gleichen Regeln gelten“, so Asmussen.

Versicherungsschutz privater Haushalte – Verbreitungsgrad 2018 und 2023

Versicherungsart

2018*

2023*

Private Haftpflichtversicherung

82,9

89,2

Kfz-Haftpflicht-/Kaskoversicherung

80,9

81,2

Hausratversicherung

75,7

78,0

Rechtsschutzversicherung

46,3

49,8

private Krankenzusatzversicherung

31,6

47,5

private Unfallversicherung

41,5

39,2

kapitalbildende Lebensversicherung

31,9

27,7

Riester- und Basisrentenversicherung

28,0

27,0

Berufsunfähigkeitsversicherung

25,6

26,7

Private Rentenversicherung

22,7

22,6

Risikolebensversicherung

17,2

18,7

Private Krankenversicherung

12,2

12,3

Pflegezusatzversicherung

8,0

8,7

Existenzielle Risiken noch immer vergleichsweise selten abgesichert

Lücken erkennt der GDV hingegen bei der Absicherung existenzieller Risiken. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung war 2023 in mehr als jedem vierten Haushalt vorhanden und gewann binnen fünf Jahren 1,1 Prozentpunkte hinzu.

Die Auswertung gibt jedoch nicht wieder, wie viele berufstätige Personen innerhalb eines Haushalts tatsächlich abgesichert sind. Deshalb lässt sich aus den Haushaltszahlen nicht ableiten, wie gut einzelne Erwerbstätige gegen Berufsunfähigkeit geschützt sind.

Auch der Verbreitungsgrad der Risikolebensversicherung stieg um 1,5 Prozentpunkte, so dass 2023 rund 18,7 Prozent der Haushalte nahe Angehörige mit einem solchen Risikoschutz absicherten.

Das Schlusslicht bildet nach wie vor die private Pflegezusatzversicherung, die nur 0,7 Prozentpunkte hinzugewann und damit in 8,7 Prozent der Haushalte vorhanden war. Weitere Details lassen sich dem Bericht „Insurance Flash 01/2026“ (PDF, 1,54 MB) entnehmen.

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