21.4.2026 – Mit Max Matthiessen plant ein schwedischer Versicherungsmakler den Markteintritt in Deutschland. Das von Finanzinvestoren unterstützte Unternehmen prüft derzeit Kooperations‑ und Beteiligungsoptionen.
Der schwedische Versicherungsmakler Max Matthiessen AB plant derzeit seinen Eintritt auf dem deutschen Markt. Das bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber dem VersicherungsJournal. Zuerst hatte Frommes Versicherungsmonitor GmbH über den Vorgang berichtet.
Markteintritt in früher Phase

- Stockholm, Sitz der Max Matthiessen AB
(Bild: Uschi2807, Pixabay Inhaltslizenz)
Der Markteintritt befinde sich derzeit in einer frühen Phase des Planungsprozesses, teilte die Sprecherin weiter mit. Entsprechend seien auch noch keine konkreten Standorte für das Unternehmen festgelegt.
Auch die Art der künftigen Geschäftstätigkeit werde derzeit noch geprüft. „Wir expandieren entweder organisch über Niederlassungen oder durch Akquisitionen – oder möglicherweise durch eine Kombination aus beidem“, so die Sprecherin.
Bereits jetzt wisse man jedoch, dass alle drei Geschäftsbereiche von Max Matthiessen – Lebensversicherung und Altersvorsorge, Sach- und Unfallversicherung sowie Vermögens- und Asset-Management – auch in Deutschland sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen abgedeckt werden sollen.
Suche nach geeigneten Partnerschaften
Aktuell habe der Makler Personen eingebunden, „die uns bei der Identifikation geeigneter Partnerschaften beraten, die zu unseren Ambitionen passen“, berichtet die Sprecherin. „Wir richten uns an Unternehmen, die wir bei ihren weiteren Wachstumsambitionen unterstützen können und damit deren Wachstum beschleunigen.“
Was mit „Partnerschaften“ konkret gemeint sei – etwa die Übernahme bestehender Versicherungsmakler beziehungsweise Maklernachfolge, Vertriebspartnerschaften oder Beratungs- und Unterstützungsvereinbarungen –, ließ sie offen. Man behalte sich alle Optionen vor: „Wir streben eine Partnerschaft mit den Unternehmern an. In diesem Zusammenhang könnten wir auch Anteile an dem Unternehmen erwerben.“
Wer ist Max Matthiessen?
Max Matthiessen AB ist ein schwedischer Versicherungs- und Finanzmakler mit Schwerpunkt auf betrieblicher und privater Vorsorge sowie Vermögens- und Asset-Management. Seit 2020 wird das Unternehmen von Jacob Schlawitz als CEO geleitet.
Das Unternehmen berät sowohl Firmen als auch Privatkunden und ist vor allem im Bereich Lebens- und Pensionslösungen stark positioniert. In Schweden zählt es zu den größeren unabhängigen Maklergruppen.
Gegründet wurde der Makler bereits im Jahr 1889, wie es auf der Unternehmensseite heißt. Aktuell zählt das Unternehmen über 490 Mitarbeiter an 30 Standorten in Schweden sowie weitere rund 100 Beschäftigte in Dänemark und Norwegen.
Max Matthiessen erzielte 2024 laut dem Wirtschaftsinformationsdienst allabolag.se einen Nettoumsatz von rund 1,34 Milliarden schwedischen Kronen. Das entspricht gut 117 Millionen Euro, umgerechnet zum durchschnittlichen Jahreskurs 2024. Das Ergebnis nach Finanzposten lag bei knapp 98 Millionen Kronen beziehungsweise rund 8,5 Millionen Euro.
Versicherungsmakler plant investorengestützt internationale Expansion
Eigentümer von Max Matthiessen sind seit 2025 die Private-Equity-Gesellschaft Nordic Capital Ltd. und der kanadische Pensionsfonds Ontario Teachers’ Pension Plan, wie aus einer gemeinsamen Pressemeldung beider Investoren vom 20. November 2024 hervorgeht.
Beide Investoren hatten das Unternehmen im Zuge eines Beteiligungsdeals gemeinsam übernommen, um das weitere Wachstum und die internationale Expansion voranzutreiben.
„Deutschland ist ein sehr großer Markt, was naturgemäß viele Chancen bietet“, so die Sprecherin des Maklers. „Wir sind überzeugt, dass Max Matthiessen in allen Geschäftsbereichen in Deutschland einen Mehrwert schaffen kann – insbesondere angesichts der heutigen global schnelllebigen und volatilen Märkte.“
Konsolidierungsphase auf dem deutschen Maklermarkt
Den möglichen Markteintritt planen die Schweden zu einer Zeit, in der sich der deutsche Maklermarkt in einer Phase der Konsolidierung befindet. Kleine und mittelständische Makler werden zunehmend von größeren Maklergruppen übernommen, die häufig von Finanzinvestoren unterstützt werden.
Im Firmenkundensegment ist die Konsolidierung bereits weit fortgeschritten, während sie im Privatkundengeschäft noch am Anfang steht. Die Unternehmensberatung Oliver Wyman GmbH geht davon aus, dass sich die Zahl der inhabergeführten Einzel- und Regionalmakler innerhalb der nächsten zehn Jahre nahezu halbiert (VersicherungsJournal 4.11.2025).
Größere Maklergruppen verfügen in diesem Umfeld häufig über strukturelle Vorteile. Dazu zählen etwa eine breitere Kapitalbasis, größere Verhandlungsspielräume gegenüber Versicherern sowie die Möglichkeit, in Digitalisierung und zentrale Serviceeinheiten zu investieren.




