30.6.2026 – Unter dem Namen MAP Holding werben drei Gründer und Geschäftsführer mit Praxiserfahrung in der Vermittlerbranche um strategische Kooperationspartner ihrer geplanten Firmengruppe. Obwohl sie ebenso wie manche ihrer Mitbewerber von einem ausländischen Private-Equity-Investor finanziert werden, unterscheiden sie sich – nach eigenen Angaben gegenüber dem VersicherungsJournal – von der Konkurrenz.
Die im Mai gegründete Firmengruppe Mittelstands-Assekuranz-Partner (MAP Holding GmbH) will als sogenannter Multi-Spezial-Versicherungsmakler für mittelständische und gewerbliche Kunden sowie vermögende Privatkunden persönliche Kundennähe mit spezialisierter Risikoberatung verbinden.
„Unser Anspruch ist es, mittelständischen Kunden Zugang zu spezialisierten Versicherungslösungen und Risikokonzepten zu ermöglichen, die bislang häufig nur großen Unternehmen vorbehalten waren“, heißt es von dem Münchener Unternehmen. Als konkrete Beispiele hierfür nennt ein MAP-Sprecher auf Anfrage des VersicherungsJournals gewerbliche Haftpflicht- sowie D&O-Versicherungen.
MAP bietet neben Policen auch eine analytische Risikobeurteilung an. „Gemeinsam mit dem Unternehmen werden Risiken strukturiert erfasst, bewertet und priorisiert – eine Leistung, die im Großkundengeschäft seit langem Standard ist, im Mittelstand aber bislang kaum verfügbar war.“
Cremer Assekuranzmakler ist erste MAP-Tochtergesellschaft
MAP-Geschäftsführer sind die drei Gründer Mathias Pahl, Markus Hausberger und Kolja Zweering. Pahl war 13 Jahre lang als CEO für Deutschland und Österreich der Willis Towers Watson Versicherungsmakler GmbH. Hausberger hat bei der Macquarie Group Versicherungsmakler und Vertriebsunternehmen beraten. Zweering ist seit 2005 als unabhängiger Versicherungsmakler tätig.
Die von Zweering als Geschäftsführer geleitete Cremer Assekuranzmakler GmbH mit Sitz in Düsseldorf ist das erste Maklerhaus, das die neue Firmengruppe als „strategischen Partner“ gewonnen hat. „Die Zusammenarbeit geht weit über eine klassische Kooperation oder Dienstleistungsvereinbarung hinaus“, betont der Sprecher: Cremer ist nun MAP-Tochtergesellschaft.
Inwiefern Eigentümerfamilien der Gesellschaft mit 260.000 Euro Stammkapital Mitgesellschafter sind oder als Angestellte für Cremer tätig bleiben, ließ sie auf Anfrage hingegen unbeantwortet. Der Maklerbetrieb soll demnach aber mit seiner Marke und dem bisherigen Personal eigenständig am Markt aktiv bleiben. Den Kunden könne man nun Zugang zum MAP-Angebot und -Service bieten.
Personalgewinnung, Weiterbildung, Unternehmensentwicklung

- Von links: Mathias Pahl, Kolja Zweering (Bild: MAP)
„Kunden erwarten schnelle Reaktionszeiten, hohe fachliche Qualität und Ansprechpartner, die ihre unternehmerische Realität wirklich verstehen“, nennt das MAP-Managementteam als Herausforderung für Maklerbetriebe. Diese Ansprüche wolle man mit moderner Technologie verbinden.
Denn: „Wir erleben seit einigen Jahren, dass mittelständische Makler zunehmend unter strukturellem Druck stehen“, erklärt Pahl. „Themen wie Nachfolge, Fachkräftemangel und steigende Anforderungen an IT und Digitalisierung durch neue Möglichkeiten rund um KI spielen dabei eine sehr große Rolle.“
„Gerade kleinere Versicherungsmakler stehen dadurch vor Herausforderungen, die sich im Alleingang künftig kaum bewältigen lassen“, so Pahl. Konkret unterstütze man Maklerbetriebe beispielsweise bei der Personalgewinnung, Weiterbildung und Unternehmensentwicklung, erklärt der MAP-Sprecher.
Aufkäufe mit Hilfe internationaler Private-Equity-Gesellschaft
Derzeit befindet sich der Aufkäufer nach eigenen Angaben „mit weiteren ausgewählten Partnern in konkreten Vorbereitungen“. Dabei führe man langfristig orientiert Gespräche und betrachte einen „Zeithorizont, der nachhaltige Unternehmensentwicklung ermöglicht“.
Mit wie vielen Jahren MAP diesen Zeitraum beziffert und was danach mit den Unternehmen passiert, wollte der Sprecher nicht beantworten. „Über mögliche Veränderungen der Gesellschafterstruktur zu einem späteren Zeitpunkt zu spekulieren, halten wir zum heutigen Zeitpunkt nicht für sinnvoll.“
Finanziell unterstützt wird MAP von der Inflexion Private Equity Partners LLP mit Hauptsitz in London. Die Private-Equity-Gesellschaft verwaltet ein Vermögen von 20 Milliarden Euro und geht Firmenbeteiligungen im Wert zwischen 50 Millionen Euro und bis zu einer Milliarde Euro ein. Welchen Etat der Gesellschafter für die MAP-Aufkäufe zur Verfügung stellt, teilte der Sprecher nicht mit.
MAP ist konsequent auf das gewerbliche Segment ausgerichtet
Von anderen „Konsolidierern“, die ebenfalls mit finanzieller Hilfe internationaler Investoren die Bestände und/oder Unternehmen deutscher Versicherungsmakler aufkaufen, unterscheide sich MAP vor allem durch die Herkunft seiner drei Gründer aus dem Maklergeschäft.
Bei seinen Übernahmen sei MAP „konsequent auf das gewerbliche Segment ausgerichtet, also gewerbliche und mittelständische Kunden sowie vermögende Privatkunden“. Privatkundenbestände sehe man als Ergänzung, um Kunden ganzheitlich zu betreuen. „Sie besitzen aktuell aber keine übergeordnete Priorität.“
Weil man ausdrücklich „nicht auf den reinen Ankauf von Portfolios“ aus sei, biete man keine sogenannte Maklerrente, also die ratierliche Auszahlung eines Kaufpreises gegen Bestandsübertragung, an. „Wer MAP als reine Exit-Option betrachtet, wird in uns nicht den richtigen Partner finden“, stellt der Sprecher klar. „Unser Angebot richtet sich an Unternehmer, die ihr Geschäft aktiv weiterentwickeln wollen.“




