2.7.2026 – Die Signal Iduna will den Spezialversicherer SHB übernehmen. Das Unternehmen ist auf Gewerbeversicherungen für das Bäckerhandwerk spezialisiert und versichert mehr als 10.000 Betriebe. In den vergangenen Jahren geriet die SHB wegen einer unzureichenden Solvenzausstattung unter die erweiterte Aufsicht der Bafin.
Die Signal Iduna Versicherungsgruppe bereitet derzeit die Übernahme des Spezialversicherers SHB Allgemeine Versicherung VVaG vor. Das teilte der Versicherer gegenüber der Presse mit.
Nach den Beschlüssen der jeweiligen Mitgliedervertreterversammlungen soll der Zusammenschluss noch 2026 vollzogen werden, bedürfe aber noch der Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).
Traditionsreicher Spezialversicherer für das Bäckereihandwerk
Die SHB ist ein Spezialversicherer für das Lebensmittelhandwerk und hat ihren Schwerpunkt im gewerblichen Versicherungsgeschäft – insbesondere bei Bäckereibetrieben. Das Unternehmen mit Sitz in Königswinter zählt nach eigenen Angaben rund 10.000 Bäckereien zu seinem Kundenstamm. Darüber hinaus bietet es auch private Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen an.
Als „Hauptprodukt“ bezeichnet die SHB in ihrem SFCR-Bericht 2025 (PDF, 1,51 MB) die Multi-Risk-Police „SBS“ für das Lebensmittelhandwerk. Der Vertrieb erfolgt über die Versicherungsdienst des Bäckerhandwerks GmbH (VDB) im Ausschließlichkeitsvertrieb – einer Tochtergesellschaft der SHB. Ergänzend kooperiert das Unternehmen mit spezialisierten Versicherungsmaklern.
Dabei blickt der Versicherungsverein auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurück. Die SHB wurde 1921 als Glasschaden-Hilfskasse der Bäckerinnung gegründet.
SBH stand unter erweiterter Aufsicht der Bafin
Gerüchte über eine mögliche Übernahme durch die Signal Iduna hatte es bereits vor gut einem Jahr gegeben (VersicherungsJournal 13.5.2025). Auch die Signal Iduna hat einen Schwerpunkt in der Absicherung mittelständischer Betriebe, darunter zahlreiche Bäckereien. Mit der Übernahme baue man die Marktführerschaft im Bäckerhandwerk aus, heißt es nun im Pressetext.
Die SHB war unter die erweiterte Aufsicht der Bafin geraten, weil sie die gesetzlich geforderte Mindestkapitalanforderung (MCR) mit einer Deckungsquote von nur 85,7 Prozent unterschritten hatte. Die Aufsichtsbehörde verlangte daraufhin einen Sanierungsplan. Als Grund nannte der Versicherer unter anderem viele Großschäden durch Naturgefahren.
Im Geschäftsjahr 2025 konnte der Versicherer laut SFCR-Bericht seine Bruttobeitragseinnahmen deutlich steigern: von 8,6 Millionen Euro auf 12,7 Millionen Euro (+48 Prozent). Auch wurde die notwendige MCR-Bedeckungsquote dank einer Rückversicherungslösung wieder erreicht und lag bei 135 Prozent.
Produktangebot soll ausgebaut werden
Nach der Auflösung von Risikorückstellungen erzielte das Unternehmen zudem ein positives versicherungstechnisches Ergebnis (netto) von 283.000 Euro. Im Vorjahr hatte an dieser Stelle noch ein Minus von rund 1,9 Millionen Euro gestanden.
Mit einer Brutto-Schadenquote von 119,2 Prozent (Vorjahr: 110,9 Prozent) war das eigentliche Versicherungsgeschäft zunächst defizitär. Der Rückversicherungsschutz fing jedoch einen Großteil der Belastungen auf, so dass die Netto-Schadenquote lediglich 59,0 Prozent betrug.
Mit der Übernahme will die Signal Iduna ihre Position im Bäckerhandwerk weiter ausbauen. Nach Unternehmensangaben sollen die Branchenkenntnisse der SHB mit dem Produkt- und Serviceangebot der Signal Iduna kombiniert werden. Den Kunden des Spezialversicherers stellt der Konzern ein erweitertes Produktportfolio in Aussicht.




