„Wir prüfen neben dem Maklerkanal auch andere Vertriebsformen“

10.6.2026 – Chief Commercial Officer (CCO) Dietmar Diegel erklärt gegenüber dem VersicherungsJournal, wie der Lebensversicherer mit niederländischen Wurzeln in Deutschland wachsen will. Konkret dränge man hierzu verstärkt in den Direktvertrieb an junge Erwachsene. Helfen soll dabei eine Online-Werbekampagne, die sich an hybride Endkunden richtet, aber auch den Vertriebspartnern die persönlichen Beratungsgespräche erleichtern soll.

Die Dela Lebensversicherungen Zweigniederlassung Deutschland hat eine Markenkampagne unter dem Titel „Selbstgespräch“ gestartet. Diese soll Hemmschwellen abbauen, potenzielle Endkunden zum Nachdenken über das Tabuthema Tod anregen und sie zum Handeln bewegen.

In kurzen Filmsequenzen begegnen dazu Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten sich selbst. Sie reflektieren in einem inneren Dialog ihr Leben, sprechen über Entscheidungen, Verantwortung und darüber, was sie rückblickend vielleicht anders gemacht hätten.

Die Monologe sollen die inneren Gedanken der Sprecher sichtbar machen und den Zuschauer zu den zentralen Fragen hinsichtlich der Vorsorge für seine eigenen Hinterbliebenen hinführen. Sie betreffen neben der organisatorischen Vorbereitung wichtiger Dokumente wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Testament insbesondere auch die finanzielle Absicherung mit Policen.

Risikolebens- und Sterbegeldversicherungen sind kaum verbreitet

Screenshot aus Video der Dela-Kampagne (Bild: Hilmes)
Screenshot aus Video der Dela-Kampagne
(Bild: Hilmes)

Damit greift die über TV-, Online- und Social-Media-Kanäle ausgespielte Kampagne ein Thema auf, das viele Deutsche vor sich herschieben. Zwar zeigt die Dela-Vorsorgestudie, dass sich immer mehr Menschen hierzulande mit ihrem Tod auseinandersetzen (VersicherungsJournal 30.5.2025). Gleichzeitig wird aber deutlich, dass nur ein geringer Teil tatsächlich für diesen Fall vorsorgt.

Nur elf Prozent der rund 1.000 befragten Erwachsenen verfügen über eine Risikolebens- oder eine Sterbegeldversicherung, was die hierzulande angelaufene Dela-Kampagne ändern soll. Für die dabei erzielte Steigerung der Markenbekanntheit bei Internetnutzern wurde sie von der Jury des Deutschen Preises für Onlinekommunikation als eine der besten Kampagnen dieses Jahres ausgezeichnet.

Ebenfalls überzeugt zeigten sich die Preisrichter des German Brand Awards, die die Dela und ihre Agentur Newfinance Mediengesellschaft mbH 2025 für die Online-Plattform „Dela+“ prämiert haben. Sie richtet sich an Versicherungsmakler und soll perspektivisch ein zentraler Ort zur Weiterbildung und zum Austausch mit Branchenkollegen werden, heißt es in der Jury-Begründung.

Spezialist für Policen zum finanziellen Schutz von Hinterbliebenen

Dietmar Diegel (Bild: Dela)
Dietmar Diegel (Bild: Dela)

Für Dietmar Diegel, seit anderthalb Jahren CCO der Dela (18.11.2024), verdeutlichen die beiden genannten Marketing-Preise eine kommunikative Doppelstrategie, die der auf Sterbegeld- und Risikolebensversicherungen spezialisierte Anbieter verfolge.

Konkret wolle man den deutschen Lebensversicherer aus der 1937 im niederländischen Eindhoven gegründeten Dela Coöperatie U.A. als Spezialisten für Policen zum finanziellen Schutz von Hinterbliebenen etablieren. Das gelte ausdrücklich sowohl im B2C- als auch im B2B-Bereich.

„Eine stärkere Markenpräsenz bei Endkunden und die Unterstützung des Vertriebspartners gehen Hand in Hand“, heißt es hierzu von der Dela. Der Absatz im Maklerkanal werde unterstützt, weil die Kampagne als „Türöffner“ dienen und den Zugang zu sensiblen Vorsorgethemen erleichtern könnte.

Stärkere Markenbekanntheit soll Einstieg in Beratung erleichtern

„Eine starke Marke schafft Vertrauen, noch bevor der erste Kontakt zum Kunden stattfindet“, so Diegel. Bislang müssen Makler häufig zunächst erklären, wer die Dela ist. Eine stärkere Markenbekanntheit solle Vertrauen schaffen, um den Einstieg in Beratungsgespräche zu erleichtern.

Nach ihrem Deutschlandstart im Jahr 2018 (6.2.2018) wollte sich die Dela zunächst vorrangig im Maklermarkt einen Namen machen. Laut Umfragen der Vema Versicherungsmakler Genossenschaft eG und der BBG Betriebsberatungs GmbH liegt sie in der Maklergunst bei Sterbegeld- (13.5.2025) und Risikolebenspolicen (8.5.2026) weit vorne.

Diegel, Ex-Vorstand der Charta Börse für Versicherungen AG (6.2.2023), will ein partnerschaftliches Verhältnis mit den unabhängigen Vermittlern pflegen: „Der Maklerkanal bleibt für uns immer zentral.“ Man kooperiere mit mehreren Maklerpools und -verbünden. Es sei aber wenig erfolgversprechend, online Leads von Interessierten einzusammeln und an Vertriebspartner weiterzugeben.

Dela will zukünftig verstärkt auch im Endkundenbereich wachsen

Mit der aktuellen Kampagne Selbstgespräch wolle man stattdessen „die nächste Stufe zünden und zukünftig verstärkt auch im Endkundenbereich wachsen“, erklärt CCO Diegel. Die erhöhte Markenbekanntheit gebe nicht nur den unabhängigen Vertriebspartnern zusätzlichen Rückenwind. Sie stärke zudem das Vertrauen bei deutschen Verbrauchern, die Dela über ihren Direktvertrieb umwirbt.

Ziel sei es, hierdurch „auch solche Endkunden anzusprechen, die den direkten Zugang zu den Versicherungs- und Serviceleistungen der Dela bevorzugen“, heißt es von dem Versicherer. Die Gesellschaft setzt heute 13 Prozent ihrer Sterbegeldpolicen über ihren eigenen Onlinekanal ab. Perspektivisch will Diegel „den Maklerkanal weiter als zentrale Säule stärken, zugleich aber auch andere sinnvolle Kooperations- und Vertriebsformen in Deutschland prüfen“.

Kernzielgruppe der Kampagne Selbstgespräch sind sowohl Männer als auch Frauen, die bereits eine Familie gegründet haben oder hierüber nachdenken. Ebenso relevant kann ein Hausbau oder Immobilienerwerb sein, dessen Finanzierung über eine Risikolebensversicherung abgesichert wird.

Beim Todesfallschutz zählt das gute Sicherheitsgefühl

Erreichbar sind die jungen Verbraucher für Werbung von Unternehmen heutzutage insbesondere digital, wie auch die Dela-Vorsorgestudie zeigt. Beim Todesfallschutz entscheide jedoch nicht der digitale Kommunikationskanal darüber, ob ein Vertrag abgeschlossen wird.

Vielmehr zähle das Sicherheitsgefühl, denn mangelndes Wissen und die Angst vor Fehlern bremsen die Menschen, zu handeln. „Hier können Makler mit Aufklärung, Vereinfachung und anlassbezogener Beratung Vertrauen aufbauen und Abschlüsse ermöglichen“, so Diegel.

Speziell bei den jüngsten Erwachsenen im Alter bis 34 Jahren offenbart die Studie Widersprüche. So haben sich 66 Prozent dieser Teilnehmer bereits Gedanken über den eigenen Tod gemacht. Auslöser hierfür war für 37 beziehungsweise 22 Prozent der Befragten ein Todesfall oder eine schwere Krankheit im eigenen Umfeld.

Große Wissenslücken beim Thema Bestattungskosten

Gleichzeitig fühlen sich nur 32 Prozent gut über Risikoabsicherung im Todesfall informiert. 59 Prozent der jungen Erwachsenen fühlen sich hingegen eher oder überhaupt nicht gut informiert. Als ihre wichtigsten Informationsquellen benennen sie

  • das Internet (49 Prozent),
  • Freunde und Bekannte (27 Prozent),
  • Eltern und Angehörige (26 Prozent),
  • Makler, Vermittler und Banken (17 Prozent) und
  • Social Media (16 Prozent).

Große Wissenslücken bestehen konkret beispielsweise bei Bestattungskosten, von deren Höhe 19 Prozent nach eigenen Angaben keine Vorstellung haben. Weitere 35 Prozent haben keine Vorstellung davon, wer diese Kosten trägt. Sieben Prozent nennen den Staat, neun Prozent die Krankenkasse.

Dennoch sagen 58 Prozent dieser Befragten, ihre eigene Familie sei sehr oder eher gut abgesichert. Von der eigenen Absicherung sagen das 44 Prozent. Das stehe aber im Widerspruch zum tatsächlichen Absicherungsstatus: Eine Risikoleben haben nur elf Prozent der 25- bis 34-Jährigen.

Persönlicher Ansprechpartner ist „zentraler Abschlusshebel“

Warum sie ihre Absicherungslücke nicht über einen Online-Abschluss selbst schließen, beantworten 32 Prozent damit, dass sie sich nicht gut genug informiert fühlen. 30 Prozent nennen Angst vor Fehlern und 42 Prozent vermissen einen persönlichen Ansprechpartner.

Für die Ansprache der Dela-Zielgruppe sei daraus abzuleiten, dass für den hybriden Kunden von heute zwar der digitale Einstieg sinnvoll ist, um ihn für seinen Bedarf zu sensibilisieren. Aber erst der persönliche Ansprechpartner stellt bei den komplexen Themen den „zentralen Abschlusshebel“ dar.

Dessen Beratung soll nämlich Informationslücken schließen und die Komplexität reduzieren. Makler sollten laut Diegel den Bedarf klarmachen, ohne den „blinden Fleck“ im Selbstbild zu dramatisieren.

Kosten und Verpflichtungen im Todesfall als Gesprächseinstieg

Hierzu eigneten sich demnach Informationsangebote, die helfen, typische Fettnäpfchen zu umgehen. Konkret ist das beispielsweise mit Checklisten und kurzen Erklärungen möglich, die die Fehlerangst nehmen können.

Als Anlass für die Aufnahme der Kommunikation zu den abstrakten Beratungsthemen bieten sich laut Diegel konkrete Lebensereignisse an. Dies sind zum Beispiel ein Todesfall im näheren Umfeld oder auch Hauskauf und Eigentumserwerb, Partnerschaft und Familiennachwuchs.

Ein Interesse weckender Ansatzpunkt hierfür seien die weit verbreiteten Mythen und Irrtümer über Bestattungskosten, die viele Menschen hierzulande zudem falsch einschätzen. Die Darstellung der realen Kosten und Verpflichtungen von Hinterbliebenen im Todesfall eines Angehörigen eigneten sich daher gut als Gesprächseinstieg.

Makler können junge Kunden schon frühzeitig an sich binden

Die wachsende Relevanz von Online-Recherchen über klassische Suchmaschinen oder künstliche Intelligenz (10.10.2025) hingegen bedeutet insbesondere für den Zugang zu jungen Zielgruppen, dass Makler auch dort präsent sein müssen. „Die Dela-Brandkampagne kann ein Instrument sein, um digitale Sichtbarkeit über die eigenen Kanäle herzustellen“, sagt Diegel.

Er betont, dass der Anbieter mit niederländischen Wurzeln auch junge Leute mit einer Sterbegeldversicherung absichert. „Viele Wettbewerber starten hier erst ab einem Alter von 40 Jahren. Somit bestehe also die Chance, junge Kunden schon frühzeitig mit diesem Thema an sich zu binden.“

Die den Maklern bereitgestellten Werbemittel für Social-Media-Plattformen wie Instagram und Facebook werden nach Angaben des Dienstleisters Digidor GmbH intensiv genutzt. Der Umsatz im Online-Geschäft der Dela liegt rund 70 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresmonat März 2025.

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