17 Pferdehalterhaftpflichtversicherungen erhalten die Höchstnote

10.4.2026 – In ihren erneuerten Produktratings für Policen, mit denen sich Pferdebesitzer vor Haftpflichtschäden absichern können, haben die FuB-Analysten diesmal Produkte von 76 Gesellschaften unter die Lupe genommen. Die Höchstnote „FFF+“ („hervorragend“) erhielten 17 Offerten. Sie stammen von Adcuri, Alte Leipziger, Arag, Barmenia, Debeka, die Haftpflichtkasse, Gothaer, GVO, Helvetia, Inter, NV, Prokundo, WWK und Württembergische.

Die Franke und Bornberg GmbH (FuB) hat ihr Rating von Pferdehalterhaftpflichttarifen aktualisiert und die Ergebnisse veröffentlicht. Gestartet war sie mit der Analysereihe erst vor zwei Jahren (VersicherungsJournal 24.4.2024).

Gegenüber der Vorgängerstudie ist die Zahl der analysierten Anbieter um fünf auf 76 gestiegen. Die Ratingkriterien blieben hingegen unverändert. Die Vertragsklauseln wurden erneut auf 37 Kriterien überprüft, was eine direkte Vergleichbarkeit gewährleistet.

Ausgewertet wurden hierfür ausschließlich rechtsverbindliche Unterlagen, betont die Ratingagentur. Hierzu zählen Versicherungsbedingungen, verbindliche Verbraucherinformationen sowie Antragsformulare. „Selbstauskünfte und Werbeaussagen der Anbieter bleiben außen vor.“

Bewertung von null bis 100 und Mindeststandards für die Besten

Zu ihrer Methodik erläutern die FuB-Analysten weiter, dass die Testkandidaten zunächst dahingehend überprüft wurden, in welchen Ausprägungen beziehungsweise Varianten welche Detailleistungen und Einzelregelungen angeboten werden.

In einem nächsten Schritt wurde die Qualität der jeweiligen Regelungen auf einer Skala von null für die schlechteste Ausprägung bis 100 für die beste Ausprägung eingeordnet. Danach wurden die einzelnen Leistungskriterien entsprechend ihrer Bedeutung aus Kundensicht gewichtet.

Die sieben Bewertungsklassen sind nach FuB-Angaben „so bemessen, dass geringfügige, für die Praxis unerhebliche Punktunterschiede nicht zur Einstufung in eine andere Klasse führen“.

Wo sich in schwächeren Tarifen wiederholt Lücken zeigen

„Schwachstellen bewerteter Tarife liegen häufig bei der Deckung von Schäden an gemieteten oder geliehenen beweglichen Sachen und am Inventar der Reiseunterkunft“, berichten die Tester.

„Auch Forderungsausfalldeckung und Neuwertentschädigung zeigen in schwächeren Tarifen wiederholt Lücken“, heißt es von der Ratingagentur weiter.

Die Gesamtwertung der Tarife ergibt sich demnach aus einem gewichteten Punktesystem. Dieses Vorgehen soll sicherstellen, dass zentrale Kriterien nicht durch gute Ergebnisse in Randaspekten überstrahlt werden.

12,5 Prozent aller analysierten Tarife mit „FFF+“-Rating

Die insgesamt sieben FuB-Ratingklassen reichen von „FFF+“ („hervorragend“) bis „F-“ („ungenügend“). Für die drei oberen Noten „FF+“, „FFF“ und „FFF+“ gelten zusätzlich verbindliche Mindeststandards.

Voraussetzung für die Bestnote ist eine Deckungssumme von mindestens 20 Millionen Euro für Personen- und Sachschäden. Ebenso Schadensersatzrechtsschutz im Rahmen der Forderungsausfalldeckung sowie der Einschluss von Schäden an gemieteten und geliehenen beweglichen Sachen.

Das Spitzenrating „FFF+“ erreichen in diesem Jahr 12,5 Prozent aller 136 analysierten Tarife. Im Vorjahr waren es 0,2 Prozentpunkte mehr. Insgesamt verschiebe sich die Notenverteilung schrittweise nach oben, berichtet die Ratingagentur. „Die Anteile in den unteren Bewertungsklassen gehen zurück, die oberen Klassen gewinnen.“ Besonders deutlich zeigt sich das in der zweitbesten Ratingklasse „FFF“ (plus 5,4 Prozentpunkte) und in der zweitschlechtesten „F“ (minus 3,1 Prozentpunkte).

Notenverteilung im Rating Tierhalterhaftpflicht Pferd 2026 (grün) und 2025 (blau) (Bild: Franke und Bornberg)
Notenverteilung im Rating Tierhalterhaftpflicht Pferd 2026 (grün) und 2025 (blau) (Bild: Franke und Bornberg)

17 Produkte von 14 Anbietern mit Bestnote ausgezeichnet

Zu den in alphabetischer Reihenfolge genannten Anbietern, die für mindestens eine Offerte die Höchstnote bekamen, gehören

Den Aufstieg in die Riege der Anbieter mit mindestens einem Toptarif schafften im Vergleich zum Startjahr der Studienreihe die Debeka, die Haftpflichtkasse, die Inter und die WWK.

Die tagesaktuell gepflegten, vollständigen Ranglisten zu allen Tarifvariationen können auf dieser Internetseite abgerufen werden.

Knapp ein Drittel der Tarife nur befriedigend oder schlechter

Michael Franke (Bild: Marc Theis)
Michael Franke (Bild: Marc Theis)

Trotz der insgesamt positiven Tendenz bei den Anteilen der Tarife mit besonders guten Noten „bleibt der Befund ernüchternd“, kommentiert Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter der Ratingagentur. Knapp ein Drittel der Tarife erhält nach wie vor eines der vier unteren Ratings „FF“ bis „F-“, die für befriedigende oder schlechtere Qualität stehen, gibt er zu bedenken.

„Wer als Pferdebesitzer auf den erstbesten oder günstigsten Tarif setzt, riskiert im Schadensfall empfindliche Lücken – bei einer Versicherung, die im schlimmsten Fall über die eigene finanzielle Existenz entscheiden kann.“

Dabei gelte: „Guter Schutz ist keineswegs eine Frage des großen Geldbeutels“. Denn: „Für Pferdehalter startet verlässlicher Schutz bei etwa 100 Euro jährlich.“

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