6.5.2026 – Der Focus Money Versicherungsprofi hat ermittelt, welche ausgezeichneten Berufsunfähigkeits-Tarife für eine Kfz-Mechatronikerin und einen Maschinenbauingenieur besonders preiswert sind. Je zehn beziehungsweise elf Tarife erhielten die beste Bewertung 0,5.
Der Focus Money Versicherungsprofi hat auf Grundlage des BU-Ratings der Franke und Bornberg GmbH selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU-Versicherung) anhand von zwei Modellfällen verglichen, um Tarife mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis zu identifizieren.
Dabei ist zu beachten, dass Versicherer auch einzelne Risikomerkmale innerhalb derselben Berufsgruppe unterschiedlich gewichten. So kann etwa ein Kfz-Mechatroniker je nach Ausprägung dieser Merkmale in einem Tarif eine im Marktvergleich günstige Prämie erhalten, während ein anderer für denselben Tarif – aufgrund einer abweichenden Risikoeinstufung – deutlich über dem Marktdurchschnitt liegt.
So wurde gewertet
Für die Analyse wurden ausschließlich Tarife berücksichtigt, die im aktuellen „Rating selbstständige Berufsunfähigkeit 2026“ von Franke und Bornberg die Bestnote „FFF+“ (hervorragend) und „FFF“ (sehr gut) erhalten haben. Insgesamt flossen 190 Tarifkonfigurationen von mehr als 50 Versicherern in die Untersuchung ein; die aktuellen Ratingergebnisse sind bislang nicht öffentlich verfügbar.
Im Ergebnis erhielten 59 Tarife (31,1 Prozent) die Bestnote „FFF+“, weitere 88 Tarife (46,5 Prozent) wurden mit „FFF“ bewertet. Zum Vergleich: Im Vorjahr gingen 73 Leistungskriterien in das Rating ein (VersicherungsJournal 10.4.2025) – zur aktuellen Zahl macht der Focus-Heftartikel keine Angaben.
Im Anschluss wurden die Versicherer von der Redaktion des Versicherungsprofis kontaktiert, um für zwei Modellfälle konkrete Prämien zu ermitteln. Auf diese Anfrage antworteten 22 Anbieter. Berücksichtigt wurden Brutto- und Nettobeitrag, also der maximal mögliche Tarifbeitrag sowie der tatsächlich zu zahlende Beitrag nach Überschussverrechnung.
Nur wenige Tarife beinhalten eine Arbeitsunfähigkeitsklausel
Darüber hinaus wurde geprüft, welche Tarife eine Arbeitsunfähigkeitsklausel (AU-Klausel) enthalten. Diese sieht Leistungen bei ärztlich attestierter Arbeitsunfähigkeit vor und ist nicht an eine festgestellte Berufsunfähigkeit gebunden. Dadurch können Versorgungszeiträume überbrückt werden, in denen eine Berufsunfähigkeit noch nicht anerkannt ist oder vom Versicherer angefochten wird.
Nur jeweils zwei der zehn beziehungsweise elf Tarife, die von dem Versicherungsprofi die beste Note 0,5 bekamen, beinhalten diese AU-Klausel ohne Aufpreis. Dies sind der Tarif „BU Premium AU“ der Gothaer Lebensversicherung AG und „BU Modern mit AU“ der Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. Entsprechend erfolgte die Prämienberechnung ohne zusätzlichen AU-Baustein.
Allerdings ist der Redaktion hierbei ein Fehler unterlaufen: Der Tarif „Golden BU mit AU“ der Lebensversicherung von 1871 a.G. München (LV 1871) wird in den dazugehörigen Tabellen ohne Arbeitsunfähigkeits-Klausel ausgewiesen – obwohl diese bereits dem Namen nach inkludiert ist. Auch dieser Tarif erhielt die Bestnote.
Modellkundin Kfz-Mechatronikerin: zehn Tarife mit der besten Note
Als erste Modellkundin wurde eine 28-jährige, zu 100 Prozent körperlich tätige Kfz-Mechatronikerin betrachtet. Sie ist Nichtraucherin, hat keine Vorerkrankungen und versichert eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente von 1.500 Euro bei einer Laufzeit bis zum 67. Lebensjahr.
Die Mechatronikerin zahlt über alle Anbieter hinweg im Durchschnitt einen Nettobeitrag von 105 Euro monatlich beziehungsweise rund 150 Euro brutto. Den günstigsten Nettobeitrag erzielt sie mit 73,48 Euro bei der Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG im Tarif „BU Komfort mit Wiedereingliederungshilfe“, der mit der Bestnote 0,5 bewertet wurde.
Der niedrigste Bruttobeitrag im Teilnehmerfeld fällt bei der Canada Life Assurance Europe plc, Niederlassung für Deutschland mit 101,81 Euro an („BU-Schutz mit AU“). Hier entspricht der Nettobeitrag dem Bruttobeitrag, da im Tarifmodell keine klassische laufende Überschussverrechnung zur Beitragsreduktion vorgesehen ist.
Von den 22 ausgewiesenen Tarifen erhielten zehn die Bestnote 0,5. Diese werden in alphabetischer Reihenfolge ausgewiesen. Eine AU-Klausel bieten davon nur die oben genannten Versicherer – alle diese Tarife erzielten bei Franke und Bornberg die Bestnote „FFF+“.
| Versicherer | Tarif | Monatsbeitrag netto | Monatsbeitrag brutto |
|---|---|---|---|
| Quelle: Focus Money Versicherungsprofi, Modellkundin: Kfz-Mechatronikerin, 28 Jahre, Nichtraucherin und keine Vorerkrankungen, 1.500 Euro Monatsrente bis 67. Lebensjahr, Monatsbeitrag in Euro. | |||
| Premium BU PBU | 107,83 | 140,04 | |
| BV 10 | 136,89 | 151,78 | |
| ALV SBV | 92,70 | 132,43 | |
| DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung, Zweigniederlassung der Axa Lebensversicherung AG | ALV SDV | 92,70 | 132,43 |
| Ergo Vorsorge | BU Komfort | 73,48 | 111,43 |
| Gothaer | BU Premium mit AU | 107,50 | 145,30 |
| LV 1871 | Golden BU mit AU | 94,48 | 143,15 |
| SI Work Life Exklusiv-Plus | 81,86 | 125,94 | |
| BUV-Plus Tarif 91 | 106,88 | 152,68 | |
| Volkswohl Bund | BU Modern mit AU | 99,42 | 146,21 |
Modellkunde Maschinenbauingenieur: elf Tarife mit Bestnote 0,5
Als zweiter Modellkunde wurde ein 36-jähriger verheirateter Maschinenbauingenieur mit Personalverantwortung betrachtet, der zu 100 Prozent im Büro tätig ist. Versichert ist eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente von 2.500 Euro bei einer Laufzeit bis zum 67. Lebensjahr.
Die Axa und die DBV sind mit einem Nettobeitrag von monatlich 51,38 Euro die günstigsten Anbieter für diesen Kunden. Auch beim Bruttobeitrag (73,31 Euro) berechnen beide die niedrigste Summe. Der Durchschnitt über alle Anbieter hinweg beträgt 78 Euro netto beziehungsweise 111 Euro brutto.
Die beste Bewertung erhielten exakt dieselben Tarife, die auch bei der Mechatronikerin vorne landeten. Ergänzt um einen weiteren Anbieter: Auch der „Berufsunfähigkeits-Schutzbrief“ der Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG wurde mit 0,5 bewertet.
Weitere Ergebnisse und Tabellen lassen sich dem Focus-Artikel „Idealer Schutz für den Worst-Case“ entnehmen.




