2.9.2026 – Zwischen Anfang Januar und Ende Juni wurden hierzulande Ausgaben für Versicherungsfälle durch Sturm und Hagel registriert, die dem entsprechenden Wert aus 2025 entsprechen. Doch bei den weiteren Elementargefahren wie Starkregen und Überschwemmung waren es nach Angaben des Branchenverbands doppelt so viel wie im Vergleichszeitraum. Doch in der Langfristbetrachtung ist der Mittelwert in der Sachversicherung deutlich gestiegen.
Die Assekuranz verzeichnet mit 950 Millionen Euro im ersten Halbjahr nur unterdurchschnittlich hohe Ausgaben für Schäden durch Naturgefahren in Deutschland. Das geht aus der aktuell veröffentlichten Naturgefahrenbilanz des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hervor.
Demnach ist die Summe der von den Versicherern zu tragenden Schäden vor allem deshalb vergleichsweise niedrig geblieben, weil es keine größeren Winterstürme gegeben habe. Auf die Ursachen Sturm und Hagel entfielen im ersten Halbjahr lediglich rund 400 Millionen Euro.
Weitere Elementargefahren wie Starkregen und Überschwemmung verursachten Schäden von rund 200 Millionen Euro. Das waren nach GDV-Angaben doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum (VersicherungsJournal 29.8.2025).
Schäden durch Naturgefahren auf Niveau des Vorjahres
Auch in der Kraftfahrtversicherung verlief das erste Halbjahr bei Naturgefahren unterdurchschnittlich, berichtet der Branchenverband weiter. Der Schadenaufwand belief sich auf rund 350 Millionen Euro.
Insgesamt lag die Schadenbilanz damit auf dem Niveau des Vorjahres. Im ersten Halbjahr 2025 verursachten Naturgefahren ebenfalls Schäden von rund 950 Millionen Euro.
In der Sachversicherung entfielen damals 500 Millionen Euro auf Sturm und Hagel und 100 Millionen Euro auf weitere Elementargefahren. In der Kraftfahrtversicherung lag der Schadenaufwand wie in diesem Jahr bei 350 Millionen Euro.
Bei einem durchschnittlichen zweiten Halbjahr erwartet der GDV für 2026 Schäden durch Sturm und Hagel einschließlich der landwirtschaftlichen Pflanzenversicherung von rund zwei Milliarden Euro. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Gesamtjahr wären auf Basis des heutigen Versicherungsbestands und Preisniveaus Schäden von rund 3,1 Milliarden Euro zu erwarten.
Bei Elementargefahren rechnet der GDV für das Gesamtjahr mit Schäden von rund einer Milliarde Euro. Im langjährigen Durchschnitt wären rund 1,8 Milliarden Euro zu erwarten.
Klimawandelbedingte Wetterextreme nehmen zu

- Jörg Asmussen (Bild: GDV)
Für die Kraftfahrtversicherung werden 2026 rund 300.000 Schadenfälle durch Naturgefahren und ein Schadenaufwand von bis zu 1,3 Milliarden Euro erwartet. Die Schadenprognose für das zweite Halbjahr ist leicht überdurchschnittlich, weil im Juli mehr Schäden als normal angefallen sind.
Die Langzeitbetrachtung zeige jedoch, dass klimawandelbedingte Wetterextreme zunehmen, gibt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands, zu bedenken.
So sei der Mittelwert der Elementarschäden in der Sachversicherung auf Zehnjahressicht von rund 1,4 Milliarden Euro für die Jahre 2000 bis 2009 auf rund 2,4 Milliarden Euro (2016 bis 2025) gestiegen.
„Auch dieser Hitzesommer mit Temperaturrekord zeigt, dass der Klimawandel weiter voranschreitet“, so Asmussen weiter. „Einzelne Unwetter können jederzeit hohe Schäden verursachen.“ Das hat sich beispielsweise nach dem Sturmtief Bernd vor fünf Jahren gezeigt (12.11.2021).





