17.4.2026 – In ihrer Neuauflage des SBU-Produktratings haben die Analysten von Franke und Bornberg 190 Lösungen von 51 Anbietern unter die Lupe genommen. Bei verschärften Bewertungsbedingungen erhielt nur noch knapp (Vorjahr: gut) jede dritte Offerte die Höchstbewertung „FFF+“, verteilt auf 16 (17) Anbieter. Dies waren Allianz, Alte Leipziger, Axa, Continentale, DBV, Deutsche Ärzte, Dialog, Ergo Vorsorge, Hannoversche, HDI, LV 1871, Nürnberger, Signal Iduna, Stuttgarter, Versorgungswerk der Presse und Volkswohl Bund.
Die Franke und Bornberg GmbH (FuB) hat ihr Produktrating von selbstständigen Berufsunfähigkeitstarifen (SBU-Tarifen) überarbeitet und am Donnerstag die aktualisierten Ergebnisse veröffentlicht.
Franke und Bornberg überarbeitet Ratingmethodik
Im Vergleich zur letzten Ratingauflage (VersicherungsJournal 10.4.2025) haben die Analysten einige Änderungen an den Bewertungskriterien vorgenommen. Im Detail gingen in die Bewertung 75 (Vorjahr: 73) Leistungskriterien ein, die 21 (20) Oberpunkten zugeordnet sind.
So wurde in der aktuellen Ratingauflage erstmals der von FuB entwickelte Score zur Nachhaltigkeitspositionierung der Anbieter berücksichtigt. Zudem wurden einige Leistungskriterien nachgeschärft. So wurden etwa die Anforderungen an Kapitalleistungen bei Leistungseinstellung präzisiert.
Erhöhte und gesenkte Gewichtungen durch Franke und Bornberg
Weitere Änderung: Die vor einigen Jahren eingeführten (15.10.2021) Bewertungsparameter zur Versicherer-Stabilität aus dem Map-Report BU-Stabilitätsrating (19.3.2026) wurden stärker gewichtet. In diesem Segment sind nun 11,7 (zuvor: 9,1) Prozent der Punkte erhältlich.
Weniger Punkte als vor Jahresfrist wurden im Kriterium „Unterstützung in der Leistungsphase“ vergeben. Unverändert blieb die maximal erreichbare Punktzahl bei den übrigen 18 Prüfpunkten. Weitere Informationen zur Methodik der Untersuchung sind in den Bewertungsgrundlagen (PDF, 228 KB) nachzulesen.
So wurden die BU-Versicherungen bewertet
Als Quellen für das Rating werden nach Unternehmensangaben ausschließlich die Versicherungsbedingungen sowie gegebenenfalls verbindliche Verbraucherinformationen, Antragsformulare, Versicherungsscheine, Geschäftsberichte und per Stichprobe verifizierte Daten genutzt.
Die Testkandidaten wurden zunächst dahingehend überprüft, in welchen Ausprägungen beziehungsweise Varianten welche Detailleistungen und Einzelregelungen angeboten werden, wird zur methodischen Vorgehensweise erläutert.
Bewertung von Null bis 100 und Mindeststandards
Die Qualität der jeweiligen Regelungen wurde in einem nächsten Schritt auf einer Skala von null für die schlechteste Ausprägung bis 100 für die beste Ausprägung eingeordnet. Danach wurden die einzelnen Leistungskriterien entsprechend ihrer Bedeutung aus Kundensicht gewichtet.
Die Klassen sind den Angaben zufolge „in ihrer Bandbreite so bemessen, dass geringfügige, für die Praxis unerhebliche Punktunterschiede nicht zur Einstufung in eine andere Klasse führen. Zusätzlich werden Mindeststandards berücksichtigt.“
Knapp jeder dritte BU-Tarif mit der Höchstnote
Unter die Lupe genommen haben die Analysten 190 Tarifkonfigurationen von 52 Produktgebern. Im Vorjahr waren es 121 Offerten von 54 Anbietern. Die Höchstnote „FFF+“ vergab Franke und Bornberg an nur noch knapp (Vorjahr: mehr als) jeden dritten Testkandidaten.
Dafür hat sich die Zahl der „sehr guten“ Angebote („FFF“) von einem Drittel auf fast die Hälfte erhöht. Im Vergleich zur vorigen Auflage ist der Anteil der Lösungen mit den beiden besten Noten von 69 auf 77 Prozent gestiegen.
Ein weiteres Siebtel (2025: Sechstel) bekam aktuell ein „gut“ („FF+“). Rund jedes zwölfte (Vorjahr: sechste) Angebot wurde mit „befriedigend“ oder „ausreichend“ bewertet, also einem „FF“ beziehungsweise „F+“. Schlechtere Noten wurden erneut nicht vergeben.
Für 16 Lebensversicherer mindestens einmal die Höchsthöhe
Laut der Auflistung im Internetangebot von Franke und Bornberg erhielten aktuell 16 (2025: 17) Gesellschaften für mindestens einen ihrer SBU-Tarife beziehungsweise eine ihrer Tarifkombinationen die Höchstnote „FFF+“. Hierzu gehören die
- Allianz Lebensversicherungs-AG,
- Alte Leipziger Lebensversicherung a.G.,
- Axa Lebensversicherung AG,
- Continentale Lebensversicherung AG,
- DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung, Zweigniederlassung der Axa Lebensversicherung AG,
- Deutsche Ärzteversicherung AG,
- Dialog Lebensversicherungs-AG,
- Ergo Vorsorge Lebensversicherung AG,
- Hannoversche Lebensversicherung AG,
- HDI Lebensversicherung AG,
- Lebensversicherung von 1871 a.G. München (LV 1871),
- Nürnberger Lebensversicherung AG,
- Signal Iduna Lebensversicherung AG,
- Stuttgarter Lebensversicherung a.G.,
- Versorgungswerk der Presse GmbH (Allianz federführend) und
- Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G.
Aufsteiger in die Gruppe der Topanbieter sind die Presseversorgung und der Volkswohl Bund. Aus dieser herausgefallen sind die Gothaer Lebensversicherung AG, die Münchener Verein Lebensversicherung AG und Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG.





