9.9.2026 – Die Regionalklassen bilden den Schadenverlauf in den einzelnen, derzeit 413 Zulassungsbezirken ab. Basis ist ein versicherungsmathematisch berechneter Indexwert. Für die Kfz-Haftpflicht gibt es zwölf Regionalklassen, 16 für die Teilkasko- und neun für die Vollkaskoversicherung.
Die Regionalklasse ist eines der Risikomerkmale, die bei der Prämienberechnung von Kraftfahrtversicherungen berücksichtigt wird. Die Klasse wird nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) unter anderem beeinflusst vom Fahrverhalten der Autofahrer, von der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge und den örtlichen Straßenverhältnissen.
Versicherungsmathematisch berechneter Indexwert
Basis für die Einstufung ist ein versicherungsmathematisch berechneter Indexwert, der die Schadenbilanzen für die 413 Zulassungsbezirke in Deutschland wiedergibt. Dazu überprüft ein unabhängiger Treuhänder jedes Jahr die Schadenverläufe in den einzelnen Bezirken.
Die in jedem Spätsommer veröffentlichten Einstufungen in die Regionalklassen sind für die Versicherungsunternehmen unverbindlich und können ab der Aktualisierung für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden. In der Regel ist dies der 1. Januar des Folgejahres.
Wie die regionalen Schadenbilanzen berechnet werden
Laut GDV sind bei der Berechnung der Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung die Versicherungsleistungen für geschädigte Dritte nach Verkehrsunfällen maßgeblich. Konkret wird bei der Berechnung die Anzahl der Schäden berücksichtigt, die Autofahrer des Zulassungsbezirks verursachen, und zwar in Relation zur Anzahl der dort zugelassenen Fahrzeuge.
Auch die durchschnittliche Schadenhöhe fließt in die Berechnung ein. Nach Verbandsangaben können etwa Unfallschwerpunkte zu einem überdurchschnittlichen Schadenaufkommen führen und den Index in die Höhe treiben.
In der Kaskoversicherung werden darüber hinaus örtliche Besonderheiten (wie etwa Diebstahl- und Brandhäufigkeit und Anzahl der Sturm- und Hagelschäden, Glasschäden oder Wildunfälle) berücksichtigt. Entscheidend ist dabei laut GDV nicht, wo ein Schaden entstanden ist, sondern in welchem Zulassungsbezirk der Fahrzeughalter seinen Wohnsitz hat.
Ländliche Bereiche mit wenig Verkehr sind nach Angaben des Versichererverbands tendenziell beitragsmäßig günstiger als städtische Bereiche oder Landkreise mit hohem Durchgangsverkehr und somit erhöhter Schadenfrequenz.
Bis zu 16 Regionalklassen
Zwölf Regionalklassen gibt es für die Kfz-Haftpflicht, 16 für die Teilkasko- und neun für die Vollkaskoversicherung. Für die Regionalklassen gilt folgende Faustformel: Je schlechter die Schadenbilanz und damit je höher die Einstufung in der Regionalklasse, desto teurer die Versicherungsprämie.
In deren Berechnung fließen allerdings noch zahlreiche weitere Risikomerkmale ein. Deshalb lasse sich über eine Veränderung bei der Regionalklasse keine Aussage über die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrages treffen, hebt der Verband hervor.
Anpassung der Klassengrenzen
In unregelmäßigen Abständen werden die Klassengrenzen angepasst. Letztmalig geschah dies beim Update für 2023. Dies hatte zur Folge, dass vergleichsweise viele Bezirke umgestuft wurden. An einem Beispiel hatte der GDV das Vorgehen folgendermaßen erläutert:
„Für die niedrigste Regionalklasse der Kfz-Haftpflichtversicherung muss die Schadenbilanz eines Bezirks jetzt fast 22 Prozent statt rund 15 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt liegen – dadurch erreichen nur noch 24 statt 55 Bezirke die niedrigste Regionalklasse.
Am anderen Ende der Skala beginnt die höchste Einstufung nicht mehr ab 20 Prozent, sondern erst ab rund 30 Prozent über dem Schnitt – dadurch werden nicht mehr 19 Bezirke, sondern nur noch Offenbach und Berlin in die höchste Regionalklasse eingestuft.
Bezirke mit einer durchschnittlichen Schadenbilanz haben in der Kfz-Haftpflichtversicherung weiterhin die Regionalklasse 6“, so der Versichererverband seinerzeit (VersicherungsJournal 14.9.2022).




