Gut zu wissen: Typklassen

30.9.2026 – Die Typklassen bilden den Schadenverlauf bei den einzelnen, derzeit etwa 33.000 Automodellen ab. Basis ist ein versicherungsmathematisch berechneter Indexwert. Für die Kfz-Haftpflicht gibt es 16 Typklassen, 24 für die Teilkasko- und 25 für die Vollkaskoversicherung.

Die Typklasse ist eines der Risikomerkmale, die bei der Prämienberechnung von Kraftfahrtversicherungen berücksichtigt wird. Die Klasse spiegelt nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) „die Schaden- und Unfallbilanzen eines jeden in Deutschland zugelassenen Automodells wider“.

Ein Modell wird in eine niedrigere Typklasse eingestuft, wenn mit diesem Autotyp weniger Schäden gegenüber den Vorjahren gemeldet und entschädigt wurden – und umgekehrt.

Versicherungsmathematisch berechneter Indexwert

Basis für die Einstufung ist ein versicherungsmathematisch berechneter Indexwert, der die Schadenbilanzen für die circa 33.000 verschiedenen Automodelle wiedergibt. Dazu überprüft ein unabhängiger Treuhänder jedes Jahr die Schadenverläufe bei den einzelnen Modellen. Dabei werden die Fahrzeugschäden und die dadurch verursachten Reparaturkosten der letzten drei Jahre betrachtet.

Die in jedem Spätsommer veröffentlichten Einstufungen in die Typklassen sind für die Versicherungsunternehmen unverbindlich und können ab der Aktualisierung für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden. In der Regel ist dies der 1. Januar des Folgejahres.

Wie die Statistiker berechnen

Laut GDV sind bei der Berechnung der Typklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung die Versicherungsleistungen für geschädigte Dritte nach Verkehrsunfällen maßgeblich. Konkret wird bei der Berechnung die Anzahl der Schäden berücksichtigt, die Autofahrer eines Automodells verursachen, und zwar in Relation zur Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge dieses Modells.

In der Kaskoversicherung werden die Versicherungsleistungen für Schäden am eigenen Auto nach selbstverschuldeten Unfällen und für Teilkasko-Schäden berücksichtigt. Dazu gehören unter anderem Autodiebstähle, Glasschäden, Wildunfälle oder Schäden durch Naturereignisse.

Eine Rolle spielen darüber hinaus auch der Wiederbeschaffungswert, die Reparaturkosten und die Ersatzteilpreise des jeweiligen Automodells. Für die Statistiken der Teilkasko-Versicherung werden nach Verbandsangaben nur Teilkasko-Schäden betrachtet.

Bis zu 25 Typklassen

16 Typklassen gibt es für die Kfz-Haftpflicht, 24 für die Teilkasko- und 25 für die Vollkaskoversicherung. Für die Typklassen gilt folgende Faustformel: Je schlechter die Schadenbilanz und damit je höher die Einstufung in der Typklasse, desto teurer die Versicherungsprämie.

In deren Berechnung fließen allerdings noch zahlreiche weitere Risikomerkmale ein, wie unter anderem die Regionalklasse. Deshalb lasse sich über eine Veränderung bei der Typklasse keine Aussage über die Entwicklung des gesamten Kfz-Versicherungsbeitrages treffen, hebt der Verband hervor.

Die Einstufungen der einzelnen Fahrzeugmodelle können auf dieser Internetseite abgefragt werden.

Wie beurteilen Sie diesen Artikel?
Artikel-Werkzeuge für Sie
Diese Seite empfehlen
Schlagwörter zu diesem Artikel
Weitere Artikel der Ausgabe vom 30.9.2026
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren