Kosten pro Wohnungseinbruch stiegen 2025 auf neues Rekordhoch

22.4.2026 – Nach GDV-Angaben kosteten die etwa 100.000 (2024: 95.000) versicherten Wohnungseinbruchdiebstähle die Branche 380 (350) Millionen Euro. Der Schadendurchschnitt stieg auf einen Rekordwert von 3.850 (3.600) Euro.

Im vergangenen Jahr haben die deutschen Hausratversicherer für rund 100.000 Wohnungseinbrüche etwa 380 Millionen Euro an Versicherungsleistungen ausbezahlt. Dies geht aus der am Dienstag vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) vorgestellten Einbruchbilanz auf Basis von vorläufigen Zahlen hervor.

Zum vierten Mal in Folge mehr der Taten

Die Anzahl der Delikte nahm zum vierten Mal in Folge zu. Dabei ging es vom absoluten Tiefststand (VersicherungsJournal 6.4.2022) zunächst zweimal um etwa 10.000 Taten nach oben (29.3.2023, 10.4.2024). In den letzten beiden Jahren stieg die Zahl dann um jeweils 5.000 Delikte (7.4.2025) – auf zuletzt ein Siebenjahreshoch von 100.000 (plus fünf Prozent).

Die Zahl der polizeilich erfassten Wohnungseinbruchdiebstähle nahm in etwa gleicher Größenordnung zu (plus 4.500 auf über 82.900 Fälle). Dies zeigt die am Montag veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 (21.4.2026).

Die GDV-Zahlen sind um einiges höher als diejenigen aus der PKS. Ein Grund hierfür ist, dass in der Verbandsstatistik auch Einbrüche in Keller, Dachböden oder Wirtschaftsräume enthalten sind.

Schadendurchschnitt steigt auf Rekordniveau

Wie der Versichererverband weiter mitteilte, fiel die Schadenhöhe mit 380 Millionen Euro um 30 Millionen höher aus als 2024 (plus 8,6 Prozent). Höhere Kosten entstanden der Assekuranz zuletzt 2016 – und auch in den fünf Jahren davor.

Zum Vergleich: In der Spitze mussten die Versicherer eine um fast die Hälfte höhere Summe aufbringen als 2025 (13.5.2016). Seinerzeit hatte die Branche mit 180.000 auch die höchste Zahl an Delikten im Beobachtungszeitraum vermeldet.

Da die Kosten sich stärker erhöhten als die Fallzahl, stieg der Schadendurchschnitt – und zwar auf einen neuen Rekordwert von 3.850 (2024: 3.650) Euro. Seit 2009 hatte der Wert nur sechs weitere Male oberhalb der Marke von 3.000 Euro gelegen. Zum Vergleich: 2020 waren es „nur“ 2.700 Euro.

Wohnungseinbrüche (Bild: Wichert)

GDV-Forderung nach mehr Einbruchschutz

Der GDV nahm die Zahlen der vorläufigen Einbruchbilanz erneut zum Anlass, für mehr präventive Maßnahmen zu werben. Denn Einbrecher machten sich in der Regel nicht viel Mühe, sondern suchten gezielt nach leicht zugänglichen und unzureichend gesicherten Wohnungen.

„Ein wirksamer Einbruchschutz kann hohe Schäden verhindern. Einbrecher nutzen gezielt Schwachstellen an Fenstern, vor allem an gekippten, sowie an Türen. Genau dort setzt wirksame Prävention an“, so der Verband.

Unter Verweis auf die PKS teilte der GDV weiter mit, dass fast die Hälfte aller Einbruchsversuche im Versuchsstadium steckenblieb, „häufig weil die Sicherungstechnik standhält. Wer die richtigen Stellen sichert, schreckt die meisten Täter bereits ab. Elektronische Systeme können das sinnvoll ergänzen, ersetzen den mechanischen Grundschutz aber nicht“, stellt der Verband heraus.

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