Nachhaltigkeit: Die besten und die schlechtesten Versicherer

16.10.2026 – Analysten haben 50 Anbieter auf der Basis von 275 Testkriterien unter die Lupe genommen. Im Durchschnitt ist ihr „Nachhaltigkeits-Score“ gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Doch die Unterschiede zwischen den Teilnehmern sind erheblich. Einen Wert von mehr als 80 Prozent erreichen die Versicherungskonzerne Allianz, Generali und Zurich. Unterhalb von 20 Prozent liegen hingegen die Inter, die NV-Versicherungen und die Landeskrankenhilfe.

Die Franke und Bornberg GmbH (FuB) hat nach der Premiere im vergangenen Jahr (VersicherungsJournal 12.3.2025) wieder den Nachhaltigkeits-Score deutscher Versicherer berechnet.

Im Vergleich zur ersten Ausgabe „rücken insbesondere die Resilienz und Transformationssteuerung der Unternehmen stärker in den Fokus“, erklärt hierzu die Ratingagentur. So wird geprüft, ob die Gesellschaften Transitionspläne und klimabezogene Ziele verfolgen.

Doch ein öffentlich verkündetes Ziel allein genügt nicht, betonen die Tester. Sie kontrollieren demnach auch, wie diese dokumentiert und umgesetzt werden. Hierzu gehören unter anderem Zwischenziele, konkrete Maßnahmen in den einzelnen Geschäftsbereichen und die Nachvollziehbarkeit der Messung.

275 Einzelkriterien aus sechs Fokusthemen

Insgesamt fließen in den Nachhaltigkeits-Score die Ergebnisse für 275 Einzelkriterien ein. Sie gehören zu den sechs Fokusthemen:

  • Ressourcenmanagement,
  • Arbeitgeberverantwortung,
  • Gesellschaftliches Engagement,
  • Investment,
  • Wandel und Innovation und
  • Produkte.

Nach Angaben der Studienautoren unterscheiden sich die Ergebnisse zwischen den einzelnen Fokusthemen deutlich. Den höchsten Marktdurchschnitt erreicht demnach der Bereich Produkte mit 57 Prozent, knapp gefolgt von der Arbeitgeberverantwortung mit 56 Prozent.

Beim Investment werden durchschnittlich 48 Prozent erreicht. Beim Ressourcenmanagement beträgt der Durchschnittswert 46 Prozent, bei Wandel und Innovation 43 Prozent.

Gesellschaftliches Engagement kaum belegt

Michael Franke (Bild: Marc Theis)
Michael Franke (Bild: Marc Theis)

Am unteren Ende liegt das gesellschaftliche Engagement mit 40 Prozent. Hier zeigt sich auch in der Verteilung ein deutliches Gefälle: 21 der 50 Teilnehmer erreichen weniger als 30 Prozent. Weitere 17 Versicherer bleiben sogar unter 20 Prozent. Hiervon erzielen sieben Versicherer null Prozent.

Hierzu merken die Studienautoren an, dass die Dokumentationslage in diesem Bereich vergleichsweise dünn ist. Niedrige Bewertungen seien deshalb nicht mit fehlenden Aktivitäten gleichzusetzen. Sie können auch entstehen, wenn die Aktivitäten nicht belegt werden können.

Über alle Fokusthemen hinweg liegt das durchschnittliche Gesamtergebnis in diesem Jahr bei 48 Prozent. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Allerdings wurde die Methodik des Ratings seitdem in einzelnen Kriterien verändert.

Erhebliche Unterschiede zwischen den Versicherern

„Unser Anspruch ist es, auch solche Unterschiede sichtbar zu machen, die in der Berichterstattung der Unternehmen oft untergehen“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Ratingagentur. „Der aktuelle Jahrgang zeigt, dass diese Unterschiede zwischen den Versicherern erheblich sind.“

Jedoch biete der neue FuB-Score Versicherungsvermittlern hierfür eine nachvollziehbare Grundlage. Demnach erreichen die 50 Testteilnehmer durchschnittlich 48 Prozent. Allerdings trennt den besten (87 Prozent) und den schlechtesten (16) Versicherer eine Spannweite von 71 Prozentpunkten.

  • Lediglich drei Versicherer kommen demzufolge auf mehr als 80 Prozent:
Nachhaltigkeits-Score (Bild: Franke und Bornberg)
Nachhaltigkeits-Score (Bild: Franke und Bornberg)
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