So testet das IVFP neuerdings die Investmentqualität von Fondspolicen

1.10.2026 – Mit dem neuen Fondspolicen-Investmentrating will das IVFP die Investmentqualität von Fondspolicen umfassend und transparent messen. Berücksichtigt werden neben Nachhaltigkeitsaspekten auch die Bereiche Fondsangebot, Kosten, Rendite und Risiko sowie Transparenz und Verständlichkeit. Das Rating ist unterteilt in die Kategorien „Aktiv“ und „Selektiv“.

Die Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH hat ihr „Fondspolicen-Nachhaltigkeits-Rating“ zum „Fondspolicen-Investmentrating“ weiterentwickelt und am Mittwoch die Ergebnisse veröffentlicht (VersicherungsJournal 1.10.2026).

Das Fondspolicen-Investmentratings soll einen ersten Überblick darüber „geben, welche Versicherer sich aktiv um ein breit gefächertes und qualitativ hochwertiges Fondsangebot bemühen, um ihre Produkte bestmöglich“ an die Erwartungen der Investoren anzupassen.

Auch ESG-Aspekte würden dabei stets berücksichtigt. Im Mittelpunkt der Analyse stehen den Angaben zufolge Fondspolicen sowie deren jeweilige Fondsauswahl.

Zwei Kategorien: „Aktiv“ und „Selektiv“

Die Offerten wurden in zwei verschiedenen Segmenten unter die Lupe genommen. Tarife der Kategorie „Aktiv“ orientieren sich nach Institutsangaben „an der Perspektive eines Anlegers, der eigenständig ein Portfolio zusammenstellen möchte.“ Dabei werde ein gewisses Maß an Vorwissen vorausgesetzt.

Besonders wichtig sei für diesen Anlegertyp, „auf ein möglichst breites und vielfältiges Fondsangebot zurückgreifen zu können. Entscheidend ist dabei, dass in sämtlichen Anlageklassen, -regionen und -sektoren gut bewertete Fonds verfügbar sind – um eine größtmögliche Flexibilität bei der individuellen Fondsauswahl zu gewährleisten“, erläutern die Analysten.

In der Kategorie „Selektiv“ liege der Schwerpunkt hingegen nicht auf der bloßen Anzahl verfügbarer Fonds, sondern auf der Qualität der vom Versicherer getroffenen Auswahl. Dabei stehe die sogenannte Selektionsleistung im Mittelpunkt, wobei sich ein großes Angebot an Fonds mit schwachen Bewertungen negativ auf das Gesamtergebnis auswirke.

Denn: „Für viele Anleger ist eine gezielte, gut kuratierte Auswahl an hochwertigen Fonds besonders wertvoll“, so das IVFP.

Fünf Teilbereiche im Segment „Aktiv“

Innerhalb der Kategorie „Aktiv“ wurden fünf verschiedene Teilbereiche bewertet:

  • Fondsauswahl,
  • Fondsbewertungen,
  • EET-Daten,
  • Transparenz und Service sowie
  • Unternehmenspositionierung.

Im Teilbereich „Fondsauswahl“ steht den Angaben zufolge die absolute Anzahl der angebotenen Fonds aus unterschiedlichen Anlageklassen im Fokus. Hinsichtlich der Fondsbewertungen wird ermittelt, inwieweit die im Angebot enthaltenen Fonds eine überdurchschnittliche Qualität im Hinblick auf Rendite und Risiko aufweisen. In den beiden vorgenannten Teilbereichen wird unter anderem auf die Fondsbewertungen von der F-fex AG und der Morningstar Deutschland GmbH zurückgegriffen.

Im Segment „EET-Daten“ wird untersucht, in welchem Umfang das Fondsangebot die regulatorischen Mindestanforderungen erfüllt, die sich aus den Nachhaltigkeitspräferenzen gemäß der IDD ergeben. In Sachen Transparenz und Service wird darauf abgestellt, ob und in welchem Umfang der Versicherer notwendige Informationen und Hinweise zu seinen Produkten zur Verfügung stellt.

Bei der Unternehmenspositionierung „wird bewertet, inwieweit Versicherer sich insgesamt zu nachhaltiger Geldanlage positionieren“, wird hervorgehoben.

Teilbereiche im Segment „Selektiv“

In die Kategorie „Selektiv“ fließen vier Dimensionen in die Gesamtbewertung ein. Dies sind neben den beiden oben beschriebenen Teilbereichen Unternehmenspositionierung sowie Transparenz und Service die Bereiche Nachhaltigkeitskennzahlen sowie Rendite-Risiko-Kennzahlen.

Beim Themenkomplex Nachhaltigkeit geht es darum, „in welchem Umfang das Fondsangebot messbare und qualitativ relevante Nachhaltigkeitsmerkmale aufweist“, so das IVFP. Dabei sei nicht allein die Anzahl nachhaltiger Fonds wichtig, sondern insbesondere deren inhaltliche Tiefe und ESG-Profil. Dies ziele darauf ab, die strukturelle Nachhaltigkeitsqualität des gesamten Fondsuniversums eines Anbieters aufzuzeigen.

Im Themenfeld Rendite/Risiko steht laut IVFP „die durchschnittliche wirtschaftliche Qualität der im Angebot enthaltenen Fonds im Fokus“. Dabei gehe es vor allem darum, wie solide die Fonds im Hinblick auf das Verhältnis von Rendite und Risiko strukturiert seien. Dies ist nach Ansicht der Analysten ein „zentrales“ Kriterium für Anleger, die bei ihrem Investment nicht nur auf Nachhaltigkeit, sondern auch auf Leistungsstärke setzen möchten.

Weitere Details zur Ratingsystematik können in den „Informationen zum Ratingverfahren Fondspolicen-Investmentrating“ (PDF, 185 KB) nachgelesen werden. Angaben zur konkreten Gewichtung der einzelnen Teilaspekte sind darin nicht enthalten.

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