2.6.2026 – Laut der diesjährigen Ausgabe der Ruhestandsumfrage von Standard Life Deutschland startet die Mehrheit der älteren Beschäftigten ohne professionelle Hilfe in die Zeit nach dem Erwerbsleben. Obwohl sie noch etwas für ihre Versorgungslage tun könnten, schieben viele Menschen in dieser Altersgruppe Finanzentscheidungen weiter auf.
Die Standard Life Versicherung, Zweigniederlassung Deutschland der Standard Life International dac hat wieder eine Umfrage zur Ruhestandsplanung durchgeführt. Hierbei wurden die persönlichen Einstellungen von Männern und Frauen untersucht, die unmittelbar vor ihrem Renteneintritt stehen oder sich bereits in Rente oder Pension befinden. Marktforscher der Yougov Deutschland GmbH haben im März insgesamt 844 über 50-Jährige im gesamten Bundesgebiet befragt.
15 Prozent sehen ihre finanzielle Absicherung als „mangelhaft“
Zu den Kernergebnissen der aktuellen Umfrage im Auftrag des Lebensversicherers zählt, dass 53 Prozent der Umfrageteilnehmer nach eigenen Angaben „sehr optimistisch“ oder „eher optimistisch“ auf ihren Ruhestand blicken. Allerdings sehen 18 Prozent diesen „sehr pessimistisch“ oder „eher pessimistisch“ und 29 Prozent halten die eigene finanzielle Absicherung im Ruhestand für gefährdet.
In Schulnoten ausgedrückt, bezeichnen 15 Prozent der Befragten ihre finanzielle Absicherung für das Rentenalter als „mangelhaft“, weitere 13 Prozent sogar als „ungenügend“. Doch 20 Prozent vergeben ihrer eigenen Vorsorge ein „gut“ und weitere sieben Prozent ein „sehr gut“. Die Durchschnittsnote verbessert sich im Vergleich zur ersten Befragung 2025 (VersicherungsJournal 30.5.2025) leicht von 3,66 auf 3,58.
Ausgeprägte Skepsis bei den heute 50- bis 60-Jährigen
Am stärksten sorgt sich laut den Umfrageergebnissen die Gruppe der heute 50- bis 60-Jährigen, von denen viele noch im Arbeitsleben stehen. Von ihnen blickt nur ein Drittel optimistisch auf den bevorstehenden Ruhestand. Vier von zehn Angehörigen dieser jüngsten Teilnehmergruppe sehen ihre finanzielle Absicherung im Alter als gefährdet an.
Trotz dieser verbreiteten Skepsis gegenüber der Zukunft suchen nur zehn Prozent aller Befragten einen Berater zur finanziellen Planung ihres Lebens als Rentner oder Pensionär auf. Zwei Drittel nehmen dies selbst in die Hand und 19 Prozent planen ihren Ruhestand nach eigenen Angaben nicht.
Eine Vorstellung von ihren laufenden Einnahmen und Ausgaben im Ruhestand haben der Umfrage zufolge lediglich 30 Prozent der über 50-Jährigen. Das sind immerhin fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, als noch 69 Prozent keinen Plan erstellt hatten. Aktuell sagen das nur noch 64 Prozent.
Ältere Beschäftigte blicken mit Sorgen in ihre Zukunft

- Christian Nuschele (Bild: Standard Life)
Für Christian Nuschele, Head of Distribution Standard Life Deutschland und Österreich bei Standard Life, steckt in den Umfragedaten auch eine gute Nachricht.
Er zieht die Schlussfolgerung, dass viele ältere Beschäftigte mit großen Sorgen auf ihren zeitlich nahenden Ruhestand blicken. Doch: „Gerade 50- bis 60-Jährige können noch etwas für ihre Versorgungslage tun.“
Dass sie im Ruhestand mit einem „deutlich“ geringeren Einkommen als während ihres Erwerbslebens auskommen müssen, erwarten 58 Prozent der Befragten. Von dann auch niedrigeren Ausgaben gehen 43 Prozent aus.
Allerdings rechnen 38 Prozent mit gleich hohen und 16 Prozent sogar mit höheren Ausgaben im Ruhestand. Für 59 Prozent der über 50-Jährigen wäre die eigene Pflegebedürftigkeit oder die eines Familienmitglieds nach eigener Ansicht eine finanzielle Herausforderung.
Kein Verzicht auf Rente für spätere Generationen
Der 1825 in Edinburgh gegründete Lebensversicherer wollte mit der Befragung außerdem Erkenntnisse zur Generationengerechtigkeit und den Auswirkungen des demografischen Wandels hierzulande gewinnen.
Eine Frage lautete deshalb: „Wären Sie bereit, für die Sicherung der Rente nachfolgender Generationen Einbußen bei Ihrer eigenen Rente zu akzeptieren?“ Hierauf antworteten 79 Prozent der Generation 50 plus, dass sie diese „nicht“ oder „eher nicht“ hinnehmen wollen. Lediglich neun Prozent der Befragten wären demnach zu finanziellen Opfern bereit.
Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist, dass 55 Prozent der Teilnehmer die seit Beginn dieses Jahres geltende Aktivrente (15.10.2025) nicht kennen. Als „eher interessant“ oder sogar „sehr interessant“ bezeichnen diese demnach lediglich 26 beziehungsweise neun Prozent der Befragten.
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