27.10.2026 – Laut einer aktuellen DIA-Umfrage zum Altersvorsorgedepot (AVD) würden sich lediglich zehn Prozent der Befragten für eine möglichst einfache, vorgegebene Standardlösung entscheiden. Fast die Hälfte möchte sich dagegen zunächst beraten lassen und anschließend selbst entscheiden. 28 Prozent würden ihre Anlage ganz ohne Beratung auswählen. Der Schlüssel für mehr private Altersvorsorge bleibt weiterhin eine qualifizierte Beratung. Der Beratungsbedarf ist je nach Haushaltseinkommen unterschiedlich ausgeprägt.
Rund drei Viertel der Menschen in Deutschland empfinden das Thema Altersvorsorge als kompliziert (VersicherungsJournal 5.11.2025). Deshalb beschäftigt sich mehr als ein Drittel von ihnen nicht aktiv mit diesem Thema (26.2.2026). Auch das neue Standarddepot, das den Interessierten Anlageentscheidungen weitgehend abnehmen soll, dürfte die Situation kaum verbessern.
Nur zehn Prozent spontan für eine einfache Standardlösung
Die aktuelle Umfrage der Deutsches Institut für Altersvorsorge GmbH (DIA) in Kooperation mit der Insa-Consulere GmbH zeigt: Lediglich zehn Prozent der Befragten würden sich für eine möglichst einfache, vorgegebene Standardlösung entscheiden.
Fast die Hälfte (49 Prozent) möchte sich dagegen zunächst beraten lassen und anschließend selbst entscheiden. 28 Prozent würden ihre Anlage ganz ohne Beratung auswählen.
„Einfachheit ist ein wichtiges Ziel der Reform. Aber einfach darf nicht mit einheitlich verwechselt werden“, erklärte Peter Schwark, Sprecher des DIA. „Die Menschen wollen mehrheitlich nicht, dass ihnen Anlageentscheidungen vollständig abgenommen werden. Sie möchten Wahlmöglichkeiten und vielfach auch Beratung. Das sollte bei der Umsetzung der Reform eine wichtige Rolle spielen.“
Beratung ist und bleibt die wichtigste Stellschraube
Damit dürfte die Reform wenig daran ändern, dass der Schlüssel für mehr private Altersvorsorge eine qualifizierte Beratung bleibt. Mehr als die Hälfte derer, die sich beraten lassen, schließen danach auch ein Vorsorgeprodukt ab (5.11.2025).
Wie bei fast allen Umfragen zeigen sich auch bei der DIA-Untersuchung Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Während 32 Prozent der Männer ihre Anlage ohne vorherige Beratung selbst auswählen möchten, sind es unter den Frauen 24 Prozent. Frauen bevorzugen etwas häufiger den Weg über eine Beratung mit anschließender eigener Entscheidung (50 gegenüber 47 Prozent).
„Die Reform eröffnet die Chance, mehr Menschen für die private Altersvorsorge zu gewinnen. Entscheidend wird aber sein, dass sie unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt“, so Schwark. „Ein kostengünstiges Standardangebot kann den Einstieg erleichtern. Es ersetzt jedoch weder die individuelle Entscheidung noch den Wunsch vieler Menschen nach fachlicher Unterstützung.

- n=2.002. Zum Vergrößern Bild klicken. (Bild: DIA/Insa)
Beratungsbedarf ist bei niedrigen Einkommen am höchsten
Was zuletzt die Deutsche Bundesbank in ihrem Quartalsbericht hinsichtlich der gewählten Instrumente festgestellt hat, bestätigt nun die DIA-Umfrage vor einem völlig anderen Hintergrund: Zwischen den Einkommensgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede bei Anlageentscheidungen (21.10.2026).
35 Prozent der Haushalte mit einem Nettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro möchten zunächst eine Beratung in Anspruch nehmen und anschließend selbst entscheiden. Bei Einkommen zwischen 2.000 und unter 3.000 Euro sind es dagegen 58 Prozent. Auch bei höheren Einkommen bevorzugt ein erheblicher Teil der Befragten diesen Entscheidungsweg.
Besonders auffällig ist der Anteil derjenigen, die sich nicht festlegen. In der niedrigsten Einkommensgruppe antworten 20 Prozent mit „weiß nicht“ oder machen keine Angabe. Bei einem Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 4.000 Euro sind es lediglich fünf Prozent. Zugleich ist die Präferenz für eine vollständig vorgegebene Standardlösung bei Einkommen unter 1.000 Euro mit 17 Prozent am höchsten, bleibt aber auch hier deutlich in der Minderheit.




