14.8.2026 – Die Altersvorsorge bleibt das mit Abstand wichtigste Sparmotiv für deutsche Verbraucher. Das zeigt die aktuelle Sommerumfrage des Verbandes der Privaten Bausparkassen. An zweiter Stelle liegt der (aufgeschobene) Konsum vor dem Wohneigentum auf Platz drei. Knapp dahinter folgt die Kapitalanlage. Nur die Sparformen Vorsorge und Konsum verloren. Die Kapitalanlage schnitt nur selten besser ab als zuletzt.
Das zweckgerichtete Sparen genießt unter den Bundesbürgern weiterhin einen hohen Stellenwert. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen, am Donnerstag veröffentlichten Sommerumfrage des Verbands der privaten Bausparkassen e.V.
Für die dreimal jährlich durchgeführte Untersuchung zum Sparverhalten lässt der Verband das Marktforschungsinstitut Kantar GmbH jeweils 2.006 Bundesbürger ab 14 Jahren befragen. Die aktuelle Umfrage wurde im Juni durchgeführt.
Sparquote steigt immer weiter an
Demnach beträgt der Anteil der zweckgerichteten Sparer knapp die Hälfte. Vor nicht allzu langer Zeit lag dieser mehrmals nur bei knapp über 40 Prozent (VersicherungsJournal 18.7.2023, 7.11.2023).
Mit 48,5 Prozent blieb der Anteil nur knapp hinter dem Siebenjahres-Höchstwert aus der Frühjahrsumfrage zurück (12.5.2026). Der historische Tiefstwert von unter 40 Prozent wurde in der Sommerumfrage vor vier Jahren (13.7.2022) gemessen.
Den Angaben zufolge ist die Sparquote in den jüngeren Altersgruppen sowie bei höherem Bildungsabschluss deutlich überdurchschnittlich ausgeprägt. In Bezug auf das Merkmal Geschlecht teilt der Verband mit, dass die Quote mittlerweile bei den Frauen etwas höher sei als bei den Männern.
So gaben 54 Prozent der Unter-30-Jährigen an, derzeit Geld für bestimmte Zwecke zurückzulegen. Bei den 30- bis 39-Jährigen waren es sogar 64 Prozent. Am niedrigsten fiel die Quote der zweckgerichteten Sparer bei den Senioren ab 60 Jahren mit lediglich 33 Prozent aus.
Altersvorsorge trotz Verlusten an der Spitze
An erster Stelle bei den Sparmotiven liegt weiterhin die „Altersvorsorge“, auch wenn der aktuelle Zustimmungswert leicht auf knapp 58 Prozent nachgab. Erneut am zweitwichtigsten ist den Befragten das Sparen für größere Anschaffungen, das minimal verlor (auf 43 Prozent).
An dritter Stelle rangiert das Sparmotiv „Erwerb/Renovierung von Wohneigentum“. Nach einem leichten Rückgang bei der Frühjahresumfrage zeigte die Kurve aktuell wieder nach oben (plus fast 2,5 Prozentpunkte auf knapp 39 Prozent).
deutlichen Zuwachs bei der vorigen Umfrage (19.12.2025) zeigte die Kurve aktuell wieder leicht nach unten (minus einen Prozentpunkt auf 36 Prozent). Weiterhin an vierter Stelle rangiert der Spargrund „Kapitalanlage“ mit unverändert rund 35 Prozent.
Deutlich wichtiger geworden ist das Sparmotiv „Notgroschen/Reserve“, dessen Anteil sich von 3,3 auf 6,8 Prozent mehr als verdoppelte. Eine zwar gestiegene, aber dennoch nur untergeordnete Rolle spielt die Ausbildung der Kinder.
Sparmotive im Langfristvergleich
Im Langfristvergleich bedeutet der aktuelle Zustimmungswert für das Motiv Altersvorsorge den zehnthöchsten in den letzten 35 Auflagen der Umfrage. Der Höchstwert wurde in der letzten Herbstumfrage mit fast 63 Prozent erreicht (19.12.2025). Der Tiefststand (unter 50 Prozent) war in der Sommerumfrage vor fünf Jahren zu beobachten (8.7.2021).
Ganz anders sieht es beim (aufgeschobenen) Konsum aus. Nur dreimal im Betrachtungszeitraum fiel der Wert noch niedriger aus. Der Tiefstwert wurde in der Herbstumfrage vor drei Jahren gemessen (7.11.2023). Der absolute Höchstwert aus der Sommerumfrage vor zwölf Jahren (10.7.2014) ist fast 22 Prozentpunkte entfernt.
Wohneigentum bleibt weit hinter Bestwert zurück
Ein ähnliches Bild wie beim (aufgeschobenen) Konsum zeigt sich auch beim Wohneigentum. Der Zustimmungswert lag seit Anfang 2015 nur 13 Mal auf noch niedrigerem Niveau. Der Tiefststand von unter 30 Prozent wurde in der Sommerumfrage vor sieben Jahren (25.7.2019) erreicht. Der absolute Höchststand aus der Herbstumfrage vor zwölf Jahren lag um rund 15 Prozentpunkte höher (2.12.2014) als aktuell.
Die Kapitalanlage, die in der Frühjahrsumfrage des vorletzten Jahres mit über 40 Prozent ihr bestes Ergebnis seit 2008 erzielt hatte (7.5.2024), kommt aktuell auf den vierthöchsten Zustimmungswert. Der Tiefststand war mit unter 24 Prozent in der Herbstumfrage vor neun Jahren zu beobachten (17.11.2017).






