4.9.2026 – Im zweiten Quartal 2026 lief bei ungebundenen Vermittlern der Absatz von Privathaftpflichtpolicen am besten. Dahinter folgen die Geschäftsfelder Vermögensverwaltung und Kraftfahrt. Schlusslicht ist die Riester-Vorsorge vor den Indexpolicen und Vertrauensschadenversicherungen. Während die Cyberversicherung zu den großen Gewinnern gehörte, verlor insbesondere die Sterbegeldversicherung an Boden. Dies zeigen die Asscompact Trends III/2026.
Welche Policen in der Absatzhitparade der Makler für das zweite Quartal 2026 vorne und welche hinten liegen, ist den jetzt veröffentlichten Asscompact Trends III/2026 der BBG Betriebsberatungs GmbH zu entnehmen.
240 Versicherungsvermittler gaben Auskunft
Die im Quartalsrhythmus durchgeführte Studienreihe beruht auf einer standardisierten Onlinebefragung zu Vertriebsthemen von jeweils mehreren hundert Versicherungsmaklern. Die Nettostichprobengröße der aktuellen Auflage wird mit 240 Personen angegeben.
Rund 90 Prozent der Teilnehmer sind männlich und etwa zehn Prozent weiblich. Sie sind im Schnitt 57,7 Jahre alt, wobei weit über drei Viertel die 50 Jahre bereits überschritten haben. Über 40 Prozent sind sogar über 60 Jahre alt. Andererseits ist nur rund jeder Zwölfte 40 Jahre oder jünger. Der Anteil der höchstens 30-Jährigen liegt bei etwa einem Vierzigstel.
Die Interviewten haben im Mittel 30,6 Jahre Branchenerfahrung und wollen im Schnitt mit 68,1 Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. Fast vier von zehn Interviewten planen sogar, nicht vor Vollendung des 70. Lebensjahres aufzuhören.
Privathaftpflicht zurück an der Spitze
Durchgeführt wurde die Befragung im Juli 2026. Unter anderem sollten die Teilnehmer den Absatz in der zurückliegenden Dreimonatsperiode in etwa 40 Produktlinien bewerten sowie die jeweils favorisierten Anbieter benennen.
Den Spitzenplatz belegt – wie bereits drei, vier und fünf Ausgabe zuvor (VersicherungsJournal 5.12.2025, 4.9.2025, 5.6.2025) – die Privathaftpflichtversicherung. Hier lief es für mehr als zwei von drei Vermittlern zuletzt „(sehr) gut“. Auf der anderen Seite votierte nur etwa jeder 40. Befragte mit „(sehr) schlecht“.
An zweiter Stelle liegt das um sechs Plätze verbesserte Geschäftsfeld Vermögensverwaltung vor der in den vergangenen beiden Quartalen führenden (9.6.2026, 6.3.2026) Kraftfahrzeugversicherung. Beide kamen auf Anteile von rund 63 Prozent positiver Beurteilungen.
Die Produktlinien auf den weiteren Plätzen
Die Positionen vier bis sechs belegen mit jeweils um die 60 Prozent die Hausratversicherung weiterhin vor der Wohngebäudesparte und dem in der letzten Auflage zweitplatzierten Geschäftsfeld Investmentfonds.
Dahinter folgen mit 57 bis 49 Prozent die Rechtsschutzversicherung für Privatkunden (unverändert an siebter Stelle), die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung; von sechs auf acht), die PKV-Zusatzversicherung (von zehn auf neun) und das Segment Betriebs-/Berufshaftpflicht (von 17 auf zehn).
Rote Laterne für Riester-Vorsorge
Am anderen Ende der Rangliste finden sich viele der „üblichen Verdächtigen“ wieder. Schlusslicht ist die Riester-Vorsorge, die eine Dreimonatsperiode zuvor noch an fünftletzter Stelle rangiert hatte. Aktuell bezeichnete nur jeder 14. Umfrageteilnehmer den Absatz als „(sehr) gut“. Dem stand ein Anteil von zwei Dritteln an „(sehr) schlechten“ Beurteilungen gegenüber.
Hintergrund: Das Altersvorsorgedepot (AVD) wird im nächsten Jahr zumindest im Neugeschäft die Riester-Verträge als staatlich geförderte private Altersvorsorge ablösen (VersicherungsJournal Archiv).
Weitere vergleichsweise schlecht laufende Produktgruppen
An vorletzter Position liegt mit lediglich leicht über zehn Prozent an positiven Beurteilungen die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU-Versicherung). Sie hatte vor drei Quartalen noch ganz unten rangiert.
An drittletzter Stelle finden sich indexgebundene Lebens- und Rentenversicherungen wieder, die ein Quartal zuvor noch Schlusslicht waren. Der Anteil der negativen Bewertungen fiel mit 64 Prozent fast so hoch aus wie bei der aktuell letztplatzierten Produktgattung. Dem stand nur ein Siebtel an „(sehr) guten“ Beurteilungen gegenüber.
An vorletzter Position liegt die Vertrauensschadenversicherung, die vor vier Auflagen sogar die Rote Laterne innehatte (5.6.2025). Der Anteil der negativen Bewertungen fiel mit 50 Prozent um fast ein Siebtel höher aus als beim Schlusslicht.
Nur rund jeder Sechste äußerte sich positiv in Sachen Geschäftsverlauf hinsichtlich der privaten Pflegezusatzversicherung. Dafür liefen die Geschäfte bei fast der Hälfte „(sehr) schlecht“.
Auf- und Absteiger unter den Produktgattungen
Die Zahl der deutlichen Rangveränderungen nahm im Vergleich zur vorangegangenen Auflage von zwölf auf 15 zu. Zum Vergleich: In den Auflagen zuvor schnitten zwischen 17 und 19 Gattungen um mindestens fünf Positionen besser oder schlechter ab als in der Dreimonatsperiode zuvor.
Besonders kräftig abwärts ging es vor allem für das Segment Sterbegeld (von 18 auf 31), aber auch für Risikolebensversicherungen (von neun auf 19). Um acht Positionen verschlechterte sich das Geschäftsfeld Bausparen (von 29 auf 37).
Zu den größten Aufsteigern gehört vor allem die Cyberversicherung (von 33 auf 22), aber auch die Segmente Vertrauensschaden (von 40 auf 32) und Gruppenunfall (von 38 auf 30) sowie die D&O-Versicherung (von 26 auf 18).
Der 176-seitige Berichtsband der Asscompact Trends III/2026 kostet 1.785 Euro inklusive Mehrwertsteuer (Preisnachlass bei Jahresabonnement). Er kann bei Sebastian Sommerer per E-Mail oder per Telefon unter 0921 7575834 bestellt werden.






