25.9.2026 – Der Absicherungsgrad der Deutschen gegen existenzielle und langfristige Risiken ist nach wie vor gering. Das zeigt die Continentale-Studie 2026: Nur etwa jeder Zweite besitzt eine private Altersvorsorge, etwa jeder Fünfte eine Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung beziehungsweise eine private Pflegezusatzversicherung. Bei Befragten mit persönlicher Beratung liegt der Absicherungsgrad etwas höher.
Die Continentale Versicherungsgruppe hat erneut eine Umfrage bei der Heute und Morgen GmbH beauftragt, um zu schauen, wie die Deutschen abgesichert sind. Die Studienreihe erscheint seit dem Jahr 2000 und beleuchtet regelmäßig unterschiedliche Schwerpunktthemen.
Die Studie „So versichert sich Deutschland: Zwischen Klassikern, Trends und blinden Flecken“ ist unter diesem Link (PDF, 3,34 MB) herunterladbar.
So wurden die Daten erhoben
Für den Hauptteil der Studie wurden bundesweit 1.387 Bürger ab 18 Jahren befragt und die Ergebnisse anschließend repräsentativ gewichtet. Die zentralen soziodemografischen Kennziffern Alter, Geschlecht und Bildungsgrad entsprechen demnach in etwa der tatsächlichen Verteilung in Deutschland. Die statistische Schwankungsbreite beträgt zwei bis drei Prozentpunkte.
Welche Versicherungen in der Bevölkerung verbreitet sind
Ein Schwerpunkt der Studie lag auf der Frage, welche Versicherungen in der Bevölkerung wie verbreitet sind. Am häufigsten sichern sich die Bürger demnach gegen Risiken ab, die für ihren Alltag unmittelbare Folgen haben.
Entsprechend besitzen 98 Prozent der Befragten mindestens einen Vertrag aus dem Bereich der Kompositversicherung. Am weitesten verbreitet ist die Privathaftpflichtversicherung: 81 Prozent der Befragten geben an, entsprechend abgesichert zu sein.
Es folgen die Hausratversicherung mit 76 Prozent und die Kfz-Versicherung mit 73 Prozent. Diese wird vor allem als Kaskoschutz abgeschlossen, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Von den Kfz-Versicherten besitzen 57 Prozent eine Vollkasko-, 35 Prozent eine Teilkasko- und acht Prozent eine „reine“ Kfz-Haftpflichtversicherung.
Nur 47 Prozent der Befragten haben eine private Altersvorsorge
Bei der persönlichen Vorsorge fällt der Grad der Absicherung hingegen deutlich geringer aus. Nur 47 Prozent der Befragten und damit weniger als jeder Zweite geben an, eine private Altersvorsorge zu besitzen. Am weitesten verbreitet sind hierbei private Renten- oder Kapitallebensversicherungen mit 29 Prozent der Befragten.
Eine Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung haben laut Umfrage ebenfalls nur rund 21 Prozent der Befragten. Gleichzeitig sagen 35 Prozent der Berufstätigen, sie seien gegen derartige Risiken gut abgesichert. Eine Krankenzusatzversicherung haben 45 Prozent und eine private Pflegezusatzversicherung 19 Prozent der Befragten.
„Erneut bestätigen die Ergebnisse, dass Risiken, die erst in ferner Zukunft zu existenziell bedrohlichen Situationen führen könnten, subjektiv als deutlich schwächer wahrgenommen und abgesichert werden als klassische, alltägliche Risiken“, heißt es hierzu in der Studie.
Betriebliche Vorsorge mit Lücken
Vorab veröffentlichte Ergebnisse der Studie haben bereits gezeigt, dass auch bei der betrieblichen Altersvorsorge noch deutliche Absicherungslücken bestehen (VersicherungsJournal 29.7.2026).
Laut Umfrage verfügen 37 Prozent der befragten Berufstätigen über eine betriebliche Altersversorgung (bAV). Weitere 14 Prozent gaben an, dass ihr Arbeitgeber ihnen eine solche angeboten habe, sie jedoch keinen Vertrag abgeschlossen hätten.
Am zweithäufigsten verbreitet bei der Absicherung über den Arbeitgeber ist die betriebliche Unfallversicherung (bUV), über die 13 Prozent der Berufstätigen verfügen. Es folgen die betriebliche Krankenversicherung (bKV) mit elf Prozent und die betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung (bBU) mit acht Prozent.
Persönliche Beratung führt zu höherem Absicherungsgrad
Ein höherer Absicherungsgrad geht laut Studie mit persönlicher Beratung einher. Befragte mit einem festen Ansprechpartner haben über nahezu alle Produktbereiche hinweg mehr Versicherungen als Personen ohne persönliche Beratung – im Durchschnitt etwa zwei Policen mehr.
Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied bei der privaten Altersvorsorge und der Absicherung gegen existenzielle Risiken:
- So verfügen 53 Prozent der Befragten mit persönlichem Ansprechpartner über mindestens ein privates Altersvorsorgeprodukt, gegenüber 34 Prozent derjenigen ohne persönliche Beratung.
- Eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben 24 gegenüber 14 Prozent, eine private Pflegezusatzversicherung 15 gegenüber acht Prozent.
„Durch die Ergebnisse dieser Studie zieht sich ein roter Faden: die Erkenntnis, dass Versicherungen besonders dann als notwendig akzeptiert werden, wenn ihr Nutzen verständlich, konkret und lebensnah erscheint“, heißt es in der Studie. Und weiter: „Je abstrakter und langfristiger die Befragten ein Risiko wahrnehmen, desto größer werden Informationsbedarf und Orientierungswunsch“.





