Kraftfahrt und Rechtsschutz: Welche Vertriebswege das meiste Neugeschäft bringen

29.9.2026 – Die Ausschließlichkeit hat 2025 ihre Führungsposition unter den Absatzkanälen in der Kraftfahrt- sowie der Rechtsschutzversicherung vor den Maklern verteidigt. Besonders deutlich distanzierte sie die anderen Vertriebswege in Rechtsschutz. Der jeweils drittplatzierte Direktvertrieb erzielte in Kraftfahrt sein bestes Ergebnis und schiebt sich immer dichter an die Makler heran. Dies zeigt die aktuelle Vertriebswegestatistik des GDV.

Nicht nur in der Lebensversicherung (VersicherungsJournal 21.9.2026) und der privaten Krankenversicherung (PKV) (22.9.2026) haben sich die Neugeschäftsanteile der einzelnen Vertriebswege weiter verschoben, sondern auch in der Kompositversicherung.

In den zusammengefassten Absicherungsbereichen Sach, Unfall und Haftpflicht (SUH) übernahmen die Versicherungsmakler sogar die Spitzenposition von der jahrelang in Führung liegenden Ausschließlichkeit (28.9.2026).

Einfirmenvertreter behaupten Führung in Kraftfahrt

In der Kraftfahrtversicherung schoben sich die Makler minimal näher an die Einfirmenvertreter heran. Die ungebundenen Vermittler verloren mit minus 0,5 Prozentpunkten (auf 22,9 Prozent) nicht ganz so stark wie die Exklusivagenten (minus 0,6 Prozentpunkte auf 43,8 Prozent).

Nutznießer war der Direktvertrieb (inklusive Vergleichsportale, die streng genommen meist als Makler am Markt auftreten), der allein binnen Jahresfrist 1,7 Prozentpunkte hinzugewann.

Mit 21,9 Prozent erzielte dieser nicht nur einen neuen Rekordwert, sondern liegt nur noch knapp hinter den Maklern, wenn auch weiterhin an dritter Stelle. Die „Sonstigen Vertriebe“ kamen auf 6,6 Prozent Anteil, die Mehrfachvertreter und die Banken auf jeweils unter 2,5 Prozent.

Bei den Einfirmenvermittlern entfiel der größte Anteil von über neun Zehnteln auf hauptberufliche Vermittler. Nicht einmal ein Zwanzigstel kam über den angestellten Außendienst in die Bücher der Versicherer, während nebenberufliche Vertriebskräfte eine noch geringere Rolle spielten.

Kraftfahrt (Bild: Wichert)

Ausschließlichkeit verliert auf Fünfjahressicht

Auf Fünfjahressicht konnte vor allem der Direktvertrieb zulegen, wobei es für ihn zuletzt besonders deutlich nach oben ging. In der Kategorie „Sonstige“ waren letztens keine auffälligen Veränderungen zu beobachten, der Anteil lag in den letzten vier Jahren zwischen 6,3 und 7,0 Prozent. Gleiches gilt für die Mehrfachvertreter (2,4 bis 2,8 Prozent).

Leichte Verluste im Vergleich zu 2021 hatten die Kreditinstitute (minus 0,7 Prozentpunkte) sowie die Makler hinzunehmen (minus 1,0 Prozentpunkte). Vergleichsweise stark büßten hingegen die Konzernvermittler ein (minus 2,6 Prozentpunkte).

Rechtsschutz: Ausschließlichkeit dominiert weiter den Markt

In der Rechtsschutzversicherung bauten die Exklusivagenten ihre Vormachtstellung aus. Sie gewannen wieder leicht hinzu (auf 56,7 Prozent) und liegen dafür nun fast 38 Prozentpunkte vor den Maklern. Letztere büßten zum vierten Mal in Folge ein, zuletzt sogar auf unter 19 Prozent Anteil.

Den Bronzerang unter den Absatzkanälen in Rechtsschutz festigte trotz minimaler Verluste (auf 14,3 Prozent) der Direktvertrieb. Die Kreditinstitute stagnierten bei 6,4 Prozent, während die Mehrfachvertreter auf 1,4 Prozent zulegten. Für die Rubrik „Sonstige“ haben die Verbandsstatistiker einen Anteil von 2,4 (Vorjahre: 2,3) Prozent errechnet.

Rechtsschutz (Bild: Wichert)

Auf Fünfjahressicht zeigte die Kurve bei der Ausschließlichkeit leicht nach unten (minus 1,5 Prozent). Die Makler verloren sogar 3,0 Prozentpunkte im Vergleich zu 2021. Der Direktvertrieb konnte seinen Anteil im Beobachtungszeitraum in etwa verdoppeln.

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