Versicherungsmakler reduzieren weiter die Zahl ihrer Poolanbindungen

15.10.2026 – Aktuell haben Versicherungsmakler durchschnittlich 1,88 Anbindungen an Pools und Verbünde, so das Ergebnis des AfW-Vermittlerbarometers. Die Zahl der Partner nimmt damit weiter ab. Bei der Poolwahl achten die Makler nicht zuerst auf die Provision – das Produktangebot steht laut Umfrage an erster Stelle.

Der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. ist auch in seinem 18. Vermittlerbarometer der Frage nachgegangen, wie sich die Zusammenarbeit von Versicherungsmaklern mit Maklerpools und Verbünden gestaltet.

Für die aktuelle Erhebung wurden im Zeitraum zwischen Dezember 2025 und Februar 2026 insgesamt 1.001 Teilnehmer befragt. Rund neun von zehn Befragten verfügten über eine Erlaubnis für die Versicherungsvermittlung nach § 34d GewO; etwa 52 Prozent waren als Finanzanlagenvermittler nach § 34f GewO zugelassen.

Zahl der Poolanbindungen sinkt

Die Fragen zu bestehenden Poolanbindungen und Verbünden beantworteten insgesamt 685 Teilnehmer. Dabei bestätigte sich der Trend der Vorjahre: Die Zahl der Poolanbindungen pro Vermittler sinkt tendenziell. Gefragt wurde, mit wie vielen Pools und Verbünden die Vermittler aktiv zusammenarbeiten.

Die durchschnittliche Zahl der Poolpartner sank in der aktuellen Umfrage auf 1,88 – dem niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2019. Damals lag der Durchschnitt noch bei 2,3, in den beiden Folgejahren bei 2,2. 2023 und 2024 waren es jeweils 2,0 Anbindungen (VersicherungsJournal 30.7.2025).

Durchschnittliche Zahl der Pool/Verbundanbindungen pro Vermittler (Bild: Wenig)

Wenige Anbindungen – Garant für Unabhängigkeit?

Norman Wirth (Bild: AfW)
Norman Wirth (Bild: Andreas Klingberg)

Der AfW wertet den Trend zu weniger Poolanbindungen als Ausdruck einer konsequenten Fokussierung. „Es zahlt sich aus, sich zu fokussieren. Mit mehr Anbindungen wächst die Gefahr, sich zu verzetteln und Synergieeffekte zu verschenken“, kommentiert Norman Wirth, geschäftsführender Vorstand des AfW.

Wirth betont: „Wer auf einen oder zwei leistungsstarke Partner setzt, verliert nichts an Marktbreite – im Gegenteil: Schon eine einzige Anbindung öffnet den Zugang zum gesamten Markt und nimmt zugleich einen Großteil der Verwaltung ab. Genau das macht Pools und Verbünde zu Garanten der Unabhängigkeit.“

Diese Einschätzung ist allerdings nicht unumstritten. In der Vergangenheit wurde wiederholt diskutiert, ob die Fokussierung auf einen Pool die Unabhängigkeit des Maklers gefährden könnte und dieser dadurch eher wie ein angeschlossener Vermittler des Pools agiere (20.11.2025).

Mehr als 70 Prozent der Makler haben maximal zwei Poolpartner

Die Fokussierung zeigt sich laut Umfrage vor allem am oberen Ende: Der Anteil der Vermittler mit drei oder mehr Poolanbindungen sank binnen eines Jahres von 27,6 auf 22,1 Prozent.

Zugleich arbeiten 36,2 Prozent mit einem einzigen Pool zusammen – die größte Einzelgruppe, deren Anteil gegenüber dem Vorjahr stabil blieb. Weitere 35,0 Prozent haben zwei Poolpartner. Zusammengenommen setzen damit gut 71 Prozent auf höchstens zwei Anbindungen.

Auch künftig dürfte sich der Trend hin zu einer zunehmenden Konzentration fortsetzen. Laut Umfrage will jeder zehnte Vermittler seine Anbindungen reduzieren, nur fünf Prozent wollen sie erhöhen. Rund 82 Prozent der Befragten wollen die Zahl ihrer Poolanbindungen konstant halten.

Was den Maklern bei der Wahl des Pools wichtig ist

Die Versicherungsmakler wurden auch gefragt, welche Kriterien ihnen bei der Wahl eines Pools oder Verbundes wichtig sind. Die Bewertung erfolgte auf einer vierstufigen Skala von „sehr wichtig“ über „wichtig“ und „neutral“ bis „unwichtig“. Dabei waren Mehrfachantworten möglich.

Als „wichtig“ oder „sehr wichtig“ bewerten die Befragten das Produktportfolio beziehungsweise dessen Breite (86,8 Prozent), die Werkzeuge und Tools (85,3 Prozent), Service und Beratung (82,8 Prozent) sowie die Digitalisierung (80,9 Prozent). Beim Produktportfolio vergeben 57,9 Prozent sogar die Bestnote „sehr wichtig“.

Die Provisionshöhe folgt erst an sechster Stelle mit 63,0 Prozent Nennungen und hat gegenüber dem vorherigen Vermittlerbarometer deutlich an Bedeutung verloren (2024: 70,4 Prozent). Knapp sechs von zehn Befragten achten auf die Eigentümerstruktur. Am wenigsten zählt die Größe eines Pools: Sie ist mit 42,8 Prozent das mit Abstand unwichtigste Auswahlkriterium.

Auch die Freitextantworten deuten nach Interpretation des AfW darauf hin, dass es Vermittlern um mehr als Zahlen und Konditionen geht: Als Gründe für die Poolwahl nannten sie unter anderem persönliche Ansprechpartner und eine vertrauenswürdige Atmosphäre.

Was ist Ihnen bei der Auswahl Ihres Maklerpools/Verbunds entscheidend? (Bild: AfW)
Vermittlerbaromater Auswahlpräferenzen für Maklerpool/Verbund (Bild: AfW)

60 Prozent des Geschäftsvolumens über Pools

Auch wirtschaftlich spielen Pools und Verbünde eine zentrale Rolle: Rund 60 Prozent des Geschäftsvolumens wickeln die Befragten über sie ab, wobei bei dieser Frage 676 Personen antworteten. „Sie bleiben damit ein tragender Bestandteil der Wertschöpfung unabhängiger Vermittlerinnen und Vermittler“, schreibt der AfW.

Die Umfrage erfasste auch, für welche Serviceleistungen Versicherungsmakler Pools und Verbünde nutzen. Am häufigsten nannten die Befragten Weiterbildungsangebote (80,6 Prozent) und Softwarelösungen (79,7 Prozent). 68,5 Prozent nutzen Produktschulungen und 50,8 Prozent rechtliche Unterstützung (680 Antworten, Mehrfachnennungen möglich).

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