Zahnzusatz: Welche Versicherer in KI-Chatbots besonders häufig genannt werden

13.8.2026 – Die Allianz, Barmeniagothaer und die Münchener Verein sind die Zahnzusatzversicherer mit der höchsten Sichtbarkeit in KI-Chatbots, wie eine Studie von Heute und Morgen zeigt. Dabei ist die Sichtbarkeit keineswegs deckungsgleich mit der Markenbekanntschaft der Versicherer: Auch weniger bekannte Anbieter werden häufig in den Chatbots genannt.

Die Heute und Morgen GmbH hat mit der Studie „Von Google zu generativer KI“ untersucht, wie KI-Chatbots wie ChatGPT oder Gemini bereits Versicherungsentscheidungen von Verbrauchern beeinflussen – und wie präsent einzelne Versicherer in den Antworten der Systeme sind.

Ergänzend zu einer allgemeinen Umfrage zur KI-Nutzung unter 1.500 Verbrauchern im Alter von 18 bis 70 Jahren führten die Studienautoren auch Prompt- und Sichtbarkeitstests mit jeweils 259 bis 290 KI-Nutzern in sechs Versicherungssparten durch.

Neben der Hausratversicherung (VersicherungsJournal 23.7.2026) stellte das Analysehaus dem VersicherungsJournal auch die Teilergebnisse für die Zahnzusatzversicherung zur Verfügung.

So wurde die KI-Sichtbarkeit ermittelt

Für die Messung der KI-Sichtbarkeit befragten die Marktforscher echte Nutzer dazu, welche Fragen sie bei der Suche nach Versicherungen an KI-Chatbots stellen. Ein solcher sogenannter Prompt ist eine konkrete Anweisung oder Frage an die KI. Die Teilnehmer sollten ihre Prompts so formulieren, wie sie sie auch in einer tatsächlichen Entscheidungssituation eingeben würden.

Sie wurden beispielsweise aufgefordert, sich vorzustellen, eine neue Zahnzusatzversicherung abschließen oder den bisherigen Anbieter wechseln zu wollen. Insgesamt wurden 284 Nutzer-Anfragen ausgewertet.

Der Ansatz unterscheidet sich von Tests über eine Programmierschnittstelle (API), bei denen beispielsweise 100-mal derselbe Prompt an ChatGPT geschickt wird. Nach Angaben von Heute und Morgen sind solche standardisierten Abfragen nicht repräsentativ, weil die Sichtbarkeit der Versicherer stark von der jeweiligen Frage und dem Kontext abhängt.

KI-Mention-Rate mit ungestützter Bekanntheit verglichen

Um die KI-Sichtbarkeit der Versicherer zu ermitteln, werteten die Marktforscher die Antworten auf die von den Teilnehmern selbst formulierten Prompts aus. Dabei wurde erfasst, welche Versicherer die KI in ihren Antworten nannte und an welcher Stelle sie genannt wurden.

Unterschieden wurde zwischen einer Nennung unter den ersten drei Empfehlungen („Top-3-Nennung“) und einer späteren Erwähnung. Beide Werte zusammen ergeben die Mention-Rate, also den Anteil der Prompts, in denen ein Versicherer überhaupt genannt wurde.

Anschließend verglichen die Analysten die Mention-Rate der Versicherer mit deren ungestützter Bekanntheit aus der Studie „Markenmonitor Assekuranz 2026“. Die ungestützte Bekanntheit zeigt, wie häufig ein Versicherer den Befragten spontan einfällt, wenn sie ohne vorgegebene Antwortmöglichkeiten nach Zahnzusatzversicherern gefragt werden.

Durch den Vergleich lässt sich einordnen, ob ein Versicherer in den KI-Antworten gemessen an seiner allgemeinen Bekanntheit über- oder unterproportional häufig auftaucht.

Allianz wird von KI am häufigsten empfohlen

Die höchste KI-Sichtbarkeit unter den Zahnzusatzversicherern weist die Allianz Private Krankenversicherungs-AG auf. Die Chatbots nennen den Versicherer in 65 Prozent der ausgewerteten Fälle. In 56 Prozent der Fälle gehört er zu den drei erstgenannten Versicherern, in weiteren zehn Prozent wird er später genannt.

Die geringfügige Abweichung zwischen den Einzelwerten und der Gesamt-Mention-Rate ist hierbei auf Rundungen zurückzuführen.

Die hohe KI-Sichtbarkeit geht mit einer hohen Bekanntheit bei den Verbrauchern einher: 75 Prozent der Befragten nannten die Allianz in der Markenmonitor-Studie, als sie ungestützt nach ihnen bekannten Anbietern von Zahnzusatzversicherungen gefragt wurden.

Auf dem zweiten Rang folgen die Barmeniagothaer Versicherungen mit einer Mention-Rate von 47 Prozent. In 33 Prozent der Fälle gehört der Anbieter zu den ersten drei genannten Versicherern. Bei den Verbrauchern erreicht Barmeniagothaer eine ungestützte Bekanntheit von 20 Prozent: Jeder fünfte Befragte nennt den Versicherer als Anbieter von Zahnzusatzversicherungen.

Münchener Verein: hohe Mention-Rate

Die Münchener Verein Krankenversicherung a.G. belegt mit einer Mention-Rate von 38 Prozent den dritten Platz. In rund einem Viertel aller Anfragen wird der Versicherer unter den ersten drei Versicherern genannt.

Das werten die Studienautoren auch deshalb als bemerkenswert, weil der Versicherer eine geringe Markenbekanntheit hat. Nur ein Prozent der Verbraucher nennen den Münchener Verein, wenn sie ungestützt nach Versicherern gefragt werden.

Folglich zeige die Auswertung der Sichtbarkeit einzelner Versicherer, dass die Antworten der KI das Potenzial für Marktverschiebungen hätten, zumal knapp jeder vierte KI-Chatbot-Nutzer das Tool bereits für Recherchen zu Versicherungen und entsprechenden Tarifen nutze.

Ein weiteres Beispiel ist die Süddeutsche Krankenversicherung a.G. Sie wird laut Studie in der Regel gar nicht von Verbrauchern genannt, wenn diese ungestützt nach Anbietern von Zahnzusatz-Policen gefragt werden. Mit einer Mention-Rate von 19 Prozent belegt der Versicherer bei der KI-Sichtbarkeit aber bereits den sechsten Rang.

Zahnzusatzversicherer mit der höchsten KI-Sichtbarkeit

Versicherer

Nennung Top Drei*

Nennung später*

KI-Mention gesamt*

Ungestützte Bekanntheit* **

Allianz

56

10

65

75

Barmeniagothaer

33

14

47

20

Münchener Verein

23

15

38

1

Huk24 AG

12

8

20

7

Huk-Coburg-Krankenversicherung AG

8

12

20

50

Württembergische Krankenversicherung AG

6

14

19

7

SDK

10

9

19

0

Ebenfalls eine hohe Sichtbarkeit in den KI-Antworten weisen die Krankenversicherer der Huk-Coburg-Gruppe mit je 20 Prozent sowie die Württembergische mit 19 Prozent aus. Andere Anbieter werden seltener in den Antworten der Chatbots genannt.

Weitere Ergebnisse aus der Teilauswertung Zahnzusatz

Die Studie zeigt, dass Verbraucher KI-Chatbots sehr unterschiedlich nutzen, um sich über die Angebote der Zahnzusatzversicherer zu informieren. Bei 55 Prozent aller Anfragen werden konkrete Kriterien vorgegeben. Am häufigsten geht es dabei um den Preis (38 Prozent) und die Leistungen des Tarifs (23 Prozent).

Etwa jeder dritte Nutzer nennt in den Anfragen persönliche Informationen, um passgenauere Antworten zu erhalten. In 16 Prozent der Anfragen werden das Alter und weitere demografische Angaben genannt, Aussagen zum eigenen Gesundheitszustand werden in lediglich sieben Prozent der Anfragen gemacht.

Immer noch rund jeder vierte Nutzer (24 Prozent) macht dem Chatbot hingegen keinerlei Vorgaben und fragt unspezifisch nach empfohlenen Anbietern. 18 Prozent aller Anfragen enthalten Verständnis- und Informationsfragen, etwa zu wichtigen Leistungskriterien und dem eigenen Bedarf.

Genauigkeit der Nutzung variiert

Die Auswertung der Anfragen zeigt eine große Spannbreite bei der Nutzung von KI-Chatbots – vom einfachen Suchbegriff über die Suche nach passenden Versicherern und die Eingabe persönlicher Kriterien bis hin zur gezielten Steuerung der KI und einer interaktiven Beratung. Mit zunehmender Komplexität geben Nutzer mehr Informationen und Vorgaben ein, um die Antworten stärker auf ihre Bedürfnisse zuzuschneiden. Auch die Art der Nutzung spielt eine Rolle:

Nutzer der kostenlosen Version eines Chatbots ohne Anmeldung geben seltener konkrete Kriterien vor und nutzen den Chatbot häufiger ohne weitere Vorgaben. So nennen 47 Prozent von ihnen konkrete Kriterien für die Anbieterempfehlung, bei angemeldeten Nutzern der kostenlosen Version sind es 58 Prozent und bei Nutzern der kostenpflichtigen Version 65 Prozent.

Umgekehrt fragen 31 Prozent der Nutzer ohne Anmeldung unspezifisch nach Anbietern, gegenüber 22 beziehungsweise 13 Prozent der angemeldeten und zahlenden Nutzer. Auch Rollen- oder Strukturvorgaben werden mit neun Prozent ohne Anmeldung deutlich seltener gemacht als mit Anmeldung (20 Prozent) oder in der kostenpflichtigen Version (28 Prozent).

Weitere Informationen zu Studieninhalten und Bezugsmöglichkeiten sind unter diesem Link (PDF, 1,33 MB) abrufbar.

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