26.5.2026 – Bis 2035 sollen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen bundesweit real um 0,41 Prozent pro Jahr steigen. Den größten Anstieg mit 0,8 Prozent jährlich wird voraussichtlich Schleswig-Holstein erreichen. Nur für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden sinkende Preise erwartet. Spitzenreiter unter allen Regionen und Städten ist Leipzig mit einem prognostizierten jährlichen Preiswachstum für Eigentumswohnungen von durchschnittlich 1,9 Prozent pro Jahr bis 2035. In keiner Großstadt ist in den kommenden zehn Jahren mit einem Kaufpreisverlust zu rechnen.
Die Studie „Postbank Wohnatlas 2026“ der Postbank, einer Niederlassung der Deutschen Bank AG, kommt im Durchschnitt aller Landkreise und kreisfreien Städte für Eigentumswohnungen im Bestand auf eine nominale Steigerung von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, also real auf 0,6 Prozent (VersicherungsJournal 17.4.2026).
Nun haben die Experten der Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut gGmbH (HWWI) im Auftrag der Postbank die langfristige Entwicklung berechnet. Für dreizehn Bundesländer prognostizieren sie im Durchschnitt über alle Regionen bis 2035 steigende reale Kaufpreise für Eigentumswohnungen.

- Wohnatlas 2026 (Bild: Postbank). Zum Vergrößern Bild klicken.
Preisprognose für Eigentumswohnungen bis zum Jahr 2035
Die zentralen Ergebnisse: Bis 2035 sollen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Bestand im Durchschnitt über alle Landkreise und kreisfreien Städte inflationsbereinigt (real) um 0,41 Prozent pro Jahr steigen.
Besonders stark fällt dieser Preisanstieg voraussichtlich in einigen Groß- und Mittelstädten, in den Umlandregionen der sieben größten Metropolen („Big 7“), in Teilen Süddeutschlands und in einigen Ferienregionen aus.
„Auf dem Wohnungsmarkt zeigt sich immer deutlicher, dass die sozioökonomische Lage, definiert als wirtschaftliche Stärke und demografische Entwicklung, über die künftige Wertentwicklung entscheidet. Vor allem dort, wo Menschen zuziehen, Arbeitsplätze entstehen und Wohnraum knapp bleibt, haben Bestandswohnungen gute Aussichten auf weitere Wertzuwächse“, kommentierte Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement Immobilien der Privatkundenbank in Deutschland.
Schleswig-Holstein: Höhere Wertsteigerungen als alle anderen Länder
Den größten Anstieg der realen Kaufpreise in einem Bundesland wird voraussichtlich Schleswig-Holstein erreichen. Dort rechnet das HWWI bis 2035 über alle Regionen mit einem jährlichen Plus von 0,8 Prozent. Danach folgen Berlin und Bayern mit knapp über 0,6 Prozent sowie Baden-Württemberg, Brandenburg und Hessen mit knapp unter 0,6 Prozent.
Sinkende Preise prognostiziert das HWWI für Sachsen-Anhalt, im Durchschnitt über die vierzehn Landkreise und kreisfreien Städte real um 0,5 Prozent pro Jahr. Auch in Thüringen (minus 0,2 Prozent) und Sachsen (minus 0,1 Prozent) dürfen Kaufinteressierte im Durchschnitt niedrigere reale Kaufpreise erwarten.
„Entgegen dem Trend erwarteter Preissenkungen dürften sich einige Groß- und Mittelstädte in diesen drei Bundesländern anders entwickeln. Ein Beispiel dafür ist Leipzig in Sachsen. Die Stadt führt die Liste der Regionen mit dem größten Kaufpreisanstieg an. Aber auch Dresden, Erfurt und Potsdam gehören zu diesen Ausnahmen“, sagt Beermann.
Leipzig: Spitzenreiter mit 1,9 Prozent jährlichem Plus
Entscheidende Faktoren für die Preisentwicklung sind insbesondere die Wachstumsaussichten der Stadt beziehungsweise der Region und die derzeitige Höhe der Quadratmeterpreise. Viele Experten gehen davon aus, dass sich die Nachfrage von den größten deutschen Großstädten tendenziell in große Städte mit regionaler Bedeutung, wie beispielsweise Freiburg, oder mittelgroße Städte verlagert (27.1.2026, 7.5.2026).
Beispiel Leipzig: Hier soll die Bevölkerung laut Prognose bis 2035 um 5,6 Prozent wachsen und die Anzahl der Erwerbstätigen um 0,5 Prozent. Dabei liegt der Kaufpreis für Eigentumswohnungen im Bestand mit durchschnittlich 3.205 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2025 noch unter vielen anderen Großstädten in Deutschland.
Das prognostizierte jährliche Preiswachstum für Eigentumswohnungen beträgt in Leipzig im Durchschnitt 1,9 Prozent bis 2035. Dies ist der höchste erwartete Anstieg aller 400 bundesweit untersuchten Landkreise und kreisfreien Städte. Innerhalb der Top-10-Regionen mit dem höchsten prognostizierten Preisanstieg bis 2035 befinden sich fünf Landkreise in Brandenburg.
| Rang | Stadt/Kreis | Bundesland | Preistrend in % | Preis pro Qm 2025** |
|---|---|---|---|---|
| * Reales durchschnittliches Preiswachstum pro Jahr in Prozent in deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten, ohne Ferienimmobilien; ** Wohnungen im Bestand in Euro. Quellen: BBSR (2024); Statistische Ämter des Bundes und der Länder (2026); Value Marktdatenbank (2026); Berechnungen HWWI | ||||
| 1 | Leipzig, Stadt | Sachsen | 1,90 | 3.205 |
| 2 | Barnim, Landkreis | Brandenburg | 1,49 | 3.048 |
| 3 | Teltow-Fläming, Landkreis | Brandenburg | 1,40 | 3.216 |
| 4 | Dahme-Spreewald, Landkreis | Brandenburg | 1,38 | 3.444 |
| 5 | Berchtesgadener Land, Landkreis | Bayern | 1,32 | 4.339 |
| 6 | Oberhavel, Landkreis | Brandenburg | 1,31 | 3.527 |
| 7 | Potsdam-Mittelmark, Landkreis | Brandenburg | 1,27 | 3.833 |
| 8 | Segeberg, Landkreis | Schleswig-Holstein | 1,26 | 3.240 |
| 9 | Wetteraukreis, Landkreis | Hessen | 1,24 | 3.655 |
| 10 | Ostallgäu, Landkreis | Bayern | 1,22 | 4.191 |
In allen größeren deutschen Städten werden Wohnungen real teurer
Für alle deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern prognostiziert das HWWI mindestens gleichbleibende, zumeist steigende Preise bis zum Jahr 2035. In keiner Großstadt ist in den kommenden zehn Jahren mit einem Kaufpreisverlust zu rechnen.
Im Durchschnitt werden die Preise für Eigentumswohnungen über alle Großstädte außer den „Big 7“ um rund 0,6 Prozent pro Jahr steigen. Für die Mittelstädte und die sieben größten Städte erwarten die Experten einen Anstieg um 0,5 Prozent pro Jahr. In den Landkreisen berechnen sie über alle Regionen im Durchschnitt ein etwas geringeres jährliches Wachstum von 0,4 Prozent.
| Rang | Stadt | Bundesland | Preistrend in % | Preis pro Qm 2025* |
|---|---|---|---|---|
| *Wohnungen im Bestand in Euro. Quellen: Value AG (empirica-systeme Marktdatenbank), Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI. | ||||
| 1 | Leipzig | Sachsen | 1,90 | 3.205 |
| 2 | Ludwigshafen am Rhein | Rheinland-Pfalz | 1,21 | 2.859 |
| 3 | Dresden | Sachsen | 1,13 | 3.205 |
| 4 | Bonn | Nordrhein-Westfalen | 0,91 | 4.114 |
| 5 | Erlangen | Bayern | 0,89 | 4.472 |
| 6 | Oldenburg | Niedersachsen | 0,88 | 3.321 |
| 7 | Potsdam | Brandenburg | 0,88 | 5.897 |
| 8 | Fürth | Bayern | 0,86 | 3.716 |
| 9 | Ulm | Baden-Württemberg | 0,83 | 4.228 |
| 10 | Darmstadt | Hessen | 0,81 | 4.245 |
„Bei den prognostizierten Preisen handelt es sich um Durchschnittswerte für ganze Regionen. Wie sich die Preise tatsächlich entwickeln, hängt im Einzelfall stark von Faktoren wie Lage, Infrastruktur und Nachfrage vor Ort ab“, relativiert Beermann (22.5.2026).




