26.5.2026 – Die Schaden-/Unfallversicherer steigerten die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen von 2019 auf 2024 um 26 Prozent. Sechs Gesellschaften aus den Top 50 nach Prämien legten um mindestens 50 Prozent zu. Am stärksten wuchsen die Rhion und die Provinzial, die den Umsatz in etwa verdreifachten. Bei der Cosmos und der Dialog hingegen schrumpfte das Prämienvolumen auf Sechsjahressicht. Dies zeigt der „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig.
Das Beitragsaufkommen in der Schaden-/Unfallversicherung ist nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) von 2019 auf 2024 um ein gutes Viertel auf fast über 92,5 Milliarden Euro gestiegen.
Jedoch hatten laut dem „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ zwei Akteure an der positiven Entwicklung nicht Teil. Die Analyse der V.E.R.S. Leipzig GmbH enthält Übersichten zu zahlreichen Kennzahlen der 50 größten Akteure mit 87 Prozent Marktanteil.
Cosmos und Dialog mit rückläufigem Umsatz
Die beiden Ausnahmen waren die Cosmos Versicherung AG und die Dialog Versicherung AG. Letztere verlor mit Ausnahme von 2023 in jedem Jahr des Beobachtungszeitraums.
Insgesamt betrug das Minus ein Prozent (auf unter 546 Millionen Euro). Besonders groß fiel die Verminderung in Unfall mit über einem Fünftel aus (26.3.2026). In Kraftfahrt ging der Umsatz um fast ein Sechstel zurück (1.4.2026), in Haftpflicht um über ein Neuntel (16.3.2026). Bei der Dialog schrumpfte mit über einem Viertel auch der Bestand besonders stark (15.4.2026).
Bei der Cosmos sank das Prämienvolumen auf Sechsjahressicht um fast vier Prozent auf 334 Millionen Euro. Die Gesellschaft konnte nur im letzten Jahr des Betrachtungszeitraums zulegen. Am größten fiel das Minus mit 3,5 Prozent im Jahr 2022 aus. Im Geschäftsbericht 2022 (PDF, 942 KB) hebt das Unternehmen als wesentlichen Treiber dieser Entwicklung „das geringere Neugeschäft (Bruttoneuzugang inklusive Zugang aus Bestand)“ hervor.
Dieses ging um fast ein Viertel auf 83 Millionen Euro zurück. Ursächlich hierfür war das rückläufige Neugeschäft in den Kraftfahrtsparten, welches mit 77,9 Millionen Euro deutlich unter [dem] Vorjahr lag“, wird in dem Bericht erläutert. 2021 waren es demnach noch 105,1 Millionen Euro.
Rhion und Provinzial wuchsen am stärksten
Hingegen legten sechs der aufgelisteten Marktteilnehmer um mehr als die Hälfte zu. Ihre Einnahmen in etwa verdreifachen konnten die Rhion Versicherung AG (auf fast 353 Millionen Euro) und die Provinzial Versicherung AG (auf über 3,6 Milliarden Euro).
Hintergrund für die deutlichen Steigerungen bei Provinzial und Generali waren Zusammenlegungen von Risikoträgern. Bei der Provinzial ging der Großteil des Zuwachses darauf zurück, dass die Westfälische Provinzial auf die Provinzial Rheinland verschmolzen und in Provinzial Versicherung AG umfirmiert wurde (13.12.2021).
Die Rhion wuchs 2020 und 2021 um jeweils über ein Viertel. Hintergrund war insbesondere das zuvor neu aufgenommene Geschäft in den Niederlanden (4.4.2022). Hinzu kamen der Ausbau des Kooperationsgeschäftes in den Niederlanden und das wachsende Maklergeschäft in Deutschland, das im Jahr danach noch für eine Steigerung um ein Fünftel sorgte.
Zuletzt gelang dem Unternehmen mit über einem Drittel die größte Steigerung, die vor allem auf einen Sondereffekt in der Wohngebäude- (28.1.2026) und in der Kraftfahrtversicherung (1.4.2026) zurückging.
Weitere Kompositversicherer mit hohen Steigerungsraten
Die Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG baute ihr Prämienvolumen um über drei Viertel (auf fast 374 Millionen Euro) aus. Um jeweils knapp zwei Drittel wuchsen die Rheinland Versicherungs AG (auf fast 456 Millionen Euro) und die Huk24 AG (auf 1.516 Millionen Euro).
Wachstumsraten von knapp über beziehungsweise unter der Hälfte schafften die Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs-AG (auf 2.368 Millionen Euro), die BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG (auf 234 Millionen Euro) und die Itzehoer Versicherung/Brandgilde von 1691 VVaG (auf 804 Millionen Euro).
Der „Branchenmonitor 2025: Kompositversicherung“ enthält zahlreiche weitere Kennzahlen zum Versicherungszweig. Die Daten werden auf Sechsjahressicht dargestellt (2019 bis 2024). Die rund 80-seitige Studie kann als PDF-Version für brutto 892,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bei Maik Entrich per E-Mail oder per Telefon unter 0341 24659262 bestellt werden.







