21.8.2026 – In der am Donnerstag veröffentlichten Neuauflage des Produktratings Wohngebäudeversicherung hat Franke und Bornberg 373 Produkte von 84 Anbietern unter die Lupe genommen. Die Höchstnote „FFF+“ („hervorragend“) erhielten 76 Angebote von 32 Produktgebern. Gleichzeitig reichte es für rund jeden neunten Testkandidaten nicht für ein „F+“ („ausreichend“).
Die Franke und Bornberg GmbH (FuB) hat ihr Rating von Wohngebäude-Tarifen überarbeitet und am Donnerstag die aktualisierten Ergebnisse veröffentlicht.
Als Quellen für das Rating werden nach Unternehmensangaben ausschließlich die Versicherungsbedingungen sowie gegebenenfalls verbindliche Verbraucherinformationen, Antragsformulare, Versicherungsscheine, Geschäftsberichte und per Stichprobe verifizierte Daten genutzt.
So wurden die Wohngebäudeversicherungen bewertet
Die Testkandidaten wurden zunächst dahingehend überprüft, in welchen Ausprägungen beziehungsweise Varianten welche Detailleistungen und Einzelregelungen angeboten werden, wird zur methodischen Vorgehensweise erläutert.
Die Qualität der jeweiligen Regelungen wurde in einem nächsten Schritt auf einer Skala von null für die schlechteste Ausprägung bis 100 für die beste Ausprägung eingeordnet. Danach wurden die einzelnen Leistungskriterien entsprechend ihrer Bedeutung aus Kundensicht gewichtet.
82 Prüfkriterien
Nachdem bei der vorangegangenen Ratingsauflage (VersicherungsJournal 12.6.2025) keine grundlegenden Änderungen vorgenommen wurden, haben die Analysten aktuell ein neues Detailkriterium (Selbstbehalt bei Elementarschäden) in den Bewertungskatalog aufgenommen.
Dem Rating liegen nun 82 Detailkriterien zugrunde, die auf 31 Hauptkriterien von A wie „Aufräum- und Abbruchkosten“ über G wie „Gebäudebeschädigung durch Dritte“ bis V wie „Versicherte Sachen“ verteilt sind.
Siebenstufiges Notenschema …
Um die Gesamtqualität der Tarife zu messen, hat das Analysehaus auf sein aktuelles, siebenstufiges Bewertungsschema von „FFF+“ („hervorragend“) über „FFF“ („sehr gut“), „FF+“ („gut“), „FF“ („befriedigend“), „F+“ („ausreichend“) und „F“ („mangelhaft“) bis „F-“ („ungenügend“) zurückgegriffen.
Die Klassen sind nach eigenen Angaben so bemessen, dass geringfügige, für die Praxis unerhebliche Punktunterschiede nicht zur Einstufung in eine andere Klasse führen. Innerhalb der Ratingklassen sorgen zusätzliche Schulnoten für weitere Differenzierung.
… und Mindeststandards
Zudem müssen für eine Einordnung in bestimmte Ratingklassen zusätzliche Mindeststandards erfüllt werden. Ein Testkandidat kann etwa nicht besser als „FF“ („befriedigend“) abschneiden, wenn er bei grob fahrlässig herbeigeführten Schäden nicht unabhängig von der Schadenhöhe auf Leistungskürzung verzichtet.
Für die Höchstnote ist es unter anderem erforderlich, dass ein Versicherungsschutz für Ableitungsrohre auf dem Versicherungsgrundstück ohne eine separate Kündigungsregelung besteht. Neuerdings gibt es nur für solche Lösungen die Bestnote, bei denen der Selbstbehalt bei Elementarschäden nicht oberhalb der Marke von 10.000 Euro liegt.
Letzteres begründet FuB-Geschäftsführer Michael Franke wie folgt: „Hintergrund sind Tarife am Markt, die Elementarschutz nur mit sehr hohen Selbstbehalten bieten, teilweise im sechsstelligen Bereich. Für Gebäudebesitzer kann so eine gefährliche Scheinsicherheit entstehen: Sie wähnen sich gegen Elementargefahren versichert, müssten im Schadenfall aber zunächst hohe Summen aus eigener Tasche aufbringen.“
Weitere Details können in der „Bewertungsgrundlagen Wohngebäudeversicherung“ (PDF, 219 KB) nachgelesen werden.
Bestnote für 32 Wohngebäudeversicherer
Die Analysten haben 373 (2025: 356) Tarifkombinationen von 84 (89) Gesellschaften unter die Lupe genommen. An mehr als jede fünfte (2025: rund jede siebte) Offerte wurde die Höchstnote „FFF+“ vergeben. Zur Gruppe der Produktgeber mit mindestens einem „FFF+“-Tarif gehören laut der tagesaktuell gepflegten Rangliste im FuB-Internetauftritt:
- Adcuri GmbH,
- Allianz Versicherungs-AG
- Alte Leipziger Versicherung AG,
- BA die Bayerische Allgemeine Versicherung AG,
- Barmenia Allgemeine Versicherungs-AG,
- Continentale Sachversicherung AG,
- Baloise Sachversicherung AG Deutschland,
- Debeka Allgemeine Versicherung AG,
- Domcura AG,
- Ergo Versicherung AG,
- Generali Deutschland Versicherung AG,
- Gothaer Allgemeine Versicherung AG,
- Grundeigentümer-Versicherung VVaG (GEV),
- HDI Versicherung AG,
- Huk-Coburg-Allgemeine Versicherung AG,
- Huk24 AG,
- Häger Versicherungsverein a.G.,
- ING-Diba AG (Risikoträger: Axa Versicherung AG),
- Interlloyd Versicherungs-AG,
- Janitos Versicherung AG,
- Neuendorfer Brand-Bau-Gilde VVaG,
- Öffentliche Sachversicherung Braunschweig,
- R+V Allgemeine Versicherung AG,
- Rheinland Versicherungs AG,
- Rhion Versicherung AG,
- Sparkassen-Versicherung Sachsen Allgemeine Versicherung AG (SV Sachsen),
- SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG,
- Universa Allgemeine Versicherung AG,
- Versicherer im Raum der Kirchen Sachversicherung AG (VRK),
- VHV Allgemeine Versicherung AG,
- WWK Allgemeine Versicherung AG und
- Württembergische Versicherung AG.
Dabei schafften Continentale, Baloise, Debeka, Ergo, Gothaer, Interlloyd, Neuendorfer, Universa und VHV den Aufstieg in die Gruppe der Wohngebäudeversicherer mit mindestens einem Toptarif. Nicht mehr aufgelistet wird die Interrisk Versicherungs-AG Vienna Insurance Group.
Knapp 40 der Testkandidaten mindestens „gut“
28 (2025: 26) Prozent der Testkandidaten wurden mit „sehr gut“ und gut jeder 14. (rund jeder 18.) Prüfling mit „gut“ bedacht. 25 (29) Prozent der Lösungen erhielten ein „befriedigend“, knapp jede achte (gute siebte) ein „ausreichend“ („F+“).
Rund jede neunte (achte) Offerte schnitt schlechter als „ausreichend“ ab. Dabei kamen acht (elf) Produkte nicht über ein „ungenügend“ („F“) hinaus.
Fazit der Analysten von Franke und Bornberg
Unterdurchschnittliche Testkandidaten scheitern nach FuB-Angaben „oft an Leistungen für Rohrbruch bei Ab- und Zuleitungsrohren, an der Beseitigung umgestürzter Bäume und der Wiederaufforstung sowie an der Dekontamination von Erdreich.
Auch der Diebstahlschutz für Gebäudezubehör und Wärmepumpen und der Schutz vor Gebäudebeschädigungen durch Dritte, etwa nach Einbruch oder Graffiti, fallen häufig lückenhaft aus. Weitere Schwachstellen zeigen sich bei grober Fahrlässigkeit, Schäden durch Tiere, Sachverständigenkosten, Seng- und Schmorschäden sowie Hotelkosten.





