7.9.2026 – In einem Testbericht waren zehn Produkte miteinander verglichen worden, die für Kosten aufkommen, die nach einem schweren Unfall entstehen können. Die Tarife sollten jeweils ähnliche Leistungen bieten und waren nach den Beiträgen für eine Musterkundin sortiert. Dies hat zu Leserreaktionen geführt: Viele Versicherungsvermittler betonen, dass weitere Details beachtet werden müssen.
Mehrere Leser haben sich zu unserem Online-Artikel „Private Unfallversicherung: Zehn Toptarife im Preisvergleich“ (VersicherungsJournal 3.8.2026) gemeldet. Darin hat die Redaktion des VersicherungsJournal-Extrablatts mit Hilfe des Maklervergleichsprogramms der Smart Insurtech AG das Angebot an Policen untersucht, die für Kosten nach einem schweren Unfall aufkommen.
Hierfür haben wir insgesamt 31 Tarife abgefragt. Die Angebote sollten für eine 30 Jahre alte Frau aus Düsseldorf gelten, die im Job ausschließlich kaufmännisch tätig ist. Die Zahlweise dieser Musterkundin wurde mit „jährlich“ angegeben und der Mitwirkungsanteil mit mindestens 50 Prozent.
Die so ermittelten Prämien gelten jeweils für eine Invaliditätssumme von 200.000 Euro und eine Progression von 500 Prozent. In unserer Ergebnistabelle wurde je Anbieter nur ein Tarif mit verbesserter Gliedertaxe zum Versicherungsbeginn am 1. Mai genannt.
Preis spielt in der Praxis untergeordnete Rolle
Demnach gibt es Top-Unfallschutz für die Beispielkundin bereits ab 164,22 Euro pro Jahr. Das preisgünstigste Angebot „Deckungskonzept BlueLine TOP“ kommt von Syncro24-Assekuradeur e.K.
Diesen Anbieter hatten einige Versicherungsvermittler nicht „auf dem Schirm“, berichten sie. Auch deshalb haben sie die Methodik des Produktvergleichs genau unter die Lupe genommen.
Nils Fischer betont beispielsweise, dass der Preis vor allem in der Unfallversicherung grundsätzlich eher eine untergeordnete Rolle spielt. „Wichtig ist, dass der Beruf wie auch die Hobbys korrekt und vollständig erfasst sind“ (VersicherungsJournal Leserbriefe 4.8.2026).
„Schlechte Gliedertaxe, miese Progresionsstaffel“
„Im Unfallvergleich fehlt mir eine Aufstellung der Gliedertaxen, der Progressionsmodelle und der Zusatzleistungen“, kritisiert Steven Reitler-Heisgen (Leserbriefe 3.8.2026). „500 Prozent Progression können sich schon sehr unterscheiden. Da nur die Prämie zu vergleichen, ist schon eher fahrlässig.“
„Und wenn dann eine schlechte Gliedertaxe auf eine miese Progresionsstaffel trifft, ist der Versicherte mal schnell um ein paar 100.000 Euro ärmer“, warnt Reitler-Heisgen.
Auch Peter Zirnstein fragt sich, ob die genannten Tarife wirklich vergleichbar sind (Leserbriefe 3.8.2026). „Denn auf den ersten Blick würde ich stutzen, wenn ein Basis-Tarif mit einem Premium-Tarif in einem Topf liegt. Spricht man hier nur über Summen oder auch über Bedingungen?“
Grundsumme als „Motor der Unfallversicherung“

- Detlef Tauscher (Bild: Centberg)
Hierzu betont Detlef Tauscher, Geschäftsführer des Versicherungsmaklers Centberg GmbH, dass er insbesondere auf Sofortleistungen und die Übernahme von Bergungskosten achte. Wichtig sei für ihn zudem, dass der Unfallversicherer darauf verzichtet, die Mitwirkung von Krankheiten anzurechnen.
„Eine Versicherungssumme von 200.000 Euro kann gewählt werden“, so Tauscher weiter. Aber: „Bei einer rein kaufmännischen Tätigkeit mit offensichtlich keinen besonderen Herausforderungen würde ich eine andere Summe wählen, die üblicherweise bei 100.000 Euro liegen sollte.“
Dass in dem Tarifvergleich eine Progression vorausgesetzt wird, sei zunächst einmal „völlig richtig“. Tauscher gibt jedoch zu bedenken, dass die Grundsumme der „Motor der Unfallversicherung“ sei.




